Deutsche IBM-Mitarbeiter müssen um Jobs zittern

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IBM will "Kompetenzen rund um den Erdball nutzen".

Düsseldorf - Offenbar plant der IBM-Konzern in Deutschland einen radikalen Stellenabbau. Das Unternehmen setze künftig mehr auf freie Mitarbeiter. Eine offizielle Stellungnahme gibt es noch nicht.

Die deutschen Mitarbeiter des IT-Konzerns IBM müssen offenbar um ihre Jobs bangen. “Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, zitiert das “Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) ein Mitglied der deutschen IBM-Führung. Der Stellenabbau solle mittelfristig, also in den nächsten Jahren erfolgen. Mehrere unabhängige Quellen bestätigten die Pläne. Eine Sprecherin des Konzerns sagte lediglich: “Wir kommentieren keine Gerüchte und Spekulationen.“

Die Pläne sind dem Bericht zufolge Teil eines bereits laufenden Programmes namens “Liquid“ (deutsch: flüssig), das die Arbeitsorganisation flexibler machen soll. IBM will Projekte in Zukunft offenbar stärker auf Internetplattformen ausschreiben und setzt deswegen mehr auf freie statt fest angestellte Mitarbeiter.

IBM galt in der Welt der IT-Konzerne als Trendsetter. Früh öffnete sich das US-Unternehmen für die Netzgemeinde, schrieb Aufträge aus und sicherte sich so die beste Expertise weltweit, statt nur auf das Wissen im eigenen Haus zu setzen.

So viel kassierten die Bosse der Dax-Konzerne 2011

Sie wollten immer schon wissen, was Deutschlands mächtigste Bosse verdienen? Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wieviel die Konzernlenker der 30 Dax-Unternehmen kassieren. Die Zahlen stellen die Verdienste inklusive langfristiger Vergütungsbestandteile im Jahr 2011 dar. Quellen sind das manager magazin, die Humboldt Universität und das Statistische Bundesamt. © dpa
30 Martin Blessing (Commerzbank) 500.000 € © dpa
29 Thomas-B. Quaas (Beiersdorf) 1.649.000 € © dpa
28 Norbert Steiner (K+S) 2.217.000 € © dpa
27 Dr. Georg Pachta-Reyhofen (MAN) 2.626.000 € © dpa
26 Christoph Franz (Lufthansa) 2.798.000 € © dpa
25 Dr. Eckhard Cordes (Metro) 3.152.000 € © dpa
24 Ulf Schneider (Fresenius SE) 3.234.000 € © dpa
23 René Obermann (Deutsche Telekom) 3.237.000 € © dpa
22 Reto Francioni (Deutsche Börse) 3.536.000 € © dpa
21 Dr. Nikolaus von Bomhard (Münchener Rück) 3.625.000 € © dpa
20 Dr. Ben Lipps (FMC) 3.628.000 € © dpa
19 Peter Bauer (Infineon) 3.680.000 € © dapd
18 Dr. Bernd Scheifele (Heidelberg Cement) 3.757.000 € © dpa
17 Karl-Ludwig Kley (Merck) 4.200.00 € © dapd
16 Michael Diekmann (Allianz) 4.386.000 € © dpa
15 Marijn Dekkers (Bayer) 4.418.000 € © dpa
14 Dr. Johannes Teyssen (E.ON) 4.515.000 € © dpa
13 Kurt Bock (BASF) 4.749.000 € © dpa
12 Heinrich Hiesinger (ThyssenKrupp) 5.026.000 € © dpa
11 Dr. Frank Appel (Deutsche Post) 5.221.000 € © dpa
10 Kasper Rorsted (Henkel) 5.410.000 € © dpa
9 Herbert Hainer (Adidas) 5.940.000 € © dpa
8 Dr. Norbert Reithofer (BMW) 6.134.000 € © dpa
7 Dr. Jürgen Großmann (RWE) 6.408.000 € © dpa
6 Bill McDermott/ Jim Hagemann Snabe (SAP) 6.588.000 € © dpa
5 Prof. Dr. Wolfgang Reitzle (Linde) 6.741.000 € © dpa
4 Peter Löscher (Siemens) 8.623.000 € © dpa
3 Dr. Dieter Zetsche (Daimler) 8.654.000 € © dpa
2 Dr. Josef Ackermann (Deutsche Bank) 9.355.000 € © dpa
1 Prof. Dr. Martin Winterkorn (Volkswagen) 17.456.000 € © dpa

Allerdings bringt eine solche Entwicklung auch massive Nachteile mit sich. Sie “kann massive Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und die Anzahl sicherer Arbeitsplätze haben“, warnte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bereits im Dezember in der IBM-Mitarbeiterzeitschrift.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martina Koederitz, gibt sich beim Thema Personal bedeckt. Nicht einmal die genaue Zahl der derzeit in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter will sie nennen. Sie verweist aber auf die Bedeutung des Standortes. “Deutschland ist der viertgrößte IT-Markt der Welt. Es ist ein Leitmarkt“, sagte sie.

Das Ziel von IBM weltweit sei der global integrierte Konzern, bei dem “Kompetenzen rund um den ganzen Erdball“ genutzt werden. Die einzelnen Standorte sollten dann ihren jeweiligen Stärken entsprechend zum Gesamterfolg des Unternehmens beitragen. Für IBM Deutschland heiße das: “So wie sich das Portfolio verändert, verändert sich auch die Belegschaft.“

dapd

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