Sparquote auf Höchststand seit 1993:

Deutsche sparen in der Krise

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Von wegen Kaufrausch: In Deutschland setzten die Menschen auf Sicherheit und legen Geld auf die hohe Kante.

Berlin - So wird das nichts aus den Plänen der Regierung, die Konjunktur anzukurbeln. In Deutschland feiert der Sparstrumpf sein Comeback. Die Sparquote ist auf dem Höchststand seit 1993.

In der Krise legen die Deutschen mehr Geld auf die hohe Kante und setzen dabei vor allem auf Sicherheit. Die Sparquote, also der Anteil der Ersparnisse am Einkommen, ist 2008 auf 11,2 Prozent gestiegen.

Das ist mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr der höchste Stand seit 1993, wie der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, am Dienstag in Berlin vor dem anstehenden Weltspartag berichtete.

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

„In den Kanal gespült!“ Der Bund der Steuerzahler hat das neue „Schwarzbuch 2009„ herausgebracht. Sehen Sie hier, für welchen Unsinn der Steuerzahler herhalten muss! © dpa
Beelzebub mit dem Teufel austreiben- „Ausschuss zur Koordinierung der Ausschussarbeit“ soll Geld sparen. Eine Sitzung kostet allerdings 6000 Euro zusätzlich. © dpa
HSN-Privatyachthafen für Pleitebank. In Schleswig Holstein „spendet“ man pro Jahr ca. 500.000 Euro für Personal und Wartung. 35 mal ist die Yacht im letzten Jahr ausgelaufen. © dpa
„Konjunkturmittel für Ministerien“ - 700 000 Euro sollen alleine nur für Energiesparlamen ausgegeben werden. Der Dienstsitzausbau des Bundesgesundheitsministeriums kostet 900 000 Euro. Die Liste kann beliebig fortgeführt werden. 650. Mio wollen schließlich ausgegeben werden. © dpa
Kröten-Boulevard in Mecklenburg - Vorpommern. Damit die Tiere heil auf die andere Seite kommen. Ein Tipp für´s nächste Jahr. Bei soviel Bemühung ist ein „Krötenlotse“ für die Tiere angebracht. Nicht das sie vom „rechten Weg“ abkommen. © dpa
Der Versuch 2 Weser-Kähne zu sanieren scheiterte. Zu ungunsten der Steuerzahler selbstverständlich. © dpa
„Haus des Waldes“ - 4 Millionen Euro hat es den Steuerzahler schon gekostet. Das Projekt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wird schon seit Jahren kontrovers disskutiert. Der Geschäftsführer hat sogar betont keine öffentlichen Gelder zu benötigen. © dpa
Hä?! Ein Flussbagger für den Deutschen Bundestag?! Manchmal kann man nur mit dem Kopf schütteln! © dpa
1 Millionen Euro kostete ein Medienunternehmen, das am Ende den Auftrag ablehnte. Zu diesem Zeitpunkt hat der Staat dem Unternehmen für erste Leistungen gezahlt. Nun hofft man darauf das Geld zurück zu bekommen. © dpa
Klimaschutzmanager für eine Gemeinde mit knapp 10.000 Einwohnern. Eine entsprechende Stelle soll in Altenbeken besetzt werden. Sie kostet 55.000 Euro im Jahr. © dpa
Ein Knebelvertrag aus den 70ger Jahren kostet den Steuerzahler jedes Jahr 830.000 Euro. Die in Calw ansässige Psychatrie weigert sich neue Verhandlungen anzustreben um das Land zu entlasten. © dpa
Ausflüge des Zweckverbandes Bodenseewasserversorgung kosten erhebliche Summen. Dazu kommt ein Cross-Border-Leasing Vertrag mit einer US-Firma. Grund wurde verpachtet und wieder angemietet. Ein Auflösen des Vertrages kostet 4,7 Mio Euro. © dpa
Um weiterhin so sexy Bilder in der Münchener Olympiahalle sehen zu können, muss der Steuerzahler tief in die Tasche greifen. Knapp 100. Mio kostet die Sanierung des Gebäudes. © dpa
BayernLB kostet den Steuerzahler mehr als 10!Milliarden Euro. Ein Ende ist nicht in Sicht! © dpa
20 Millionen Schaden entstand durch einen Fehlverkauf im Berliner Spreedreieck. Ein S-Bahn Zugang befand sich auf dem Grundstück. Die Bahn hatte als Eigentümerin Nutzungsrecht und verklagte die Stadt auf Schadensersatz. © dpa
Bei weitem nicht so brauchbar! Die Showtreppe in Hagen (NRW) steht unter Wasser, wegen fehlerhafter Planung. Kosten für den Steuerzahler - 930.000 Euro. © dpa
Um den Musikern der Philarmonie in Köln Ruhe zu gewährleisten, lässt die Stadt dreimal am Tag den Heinrich-Böll-Platz sperren. Insgesamt fallen zukünftig Kosten für eine Schalldämpfung in Höhe von ca. 735.000 Euro pro Jahr an. Kosten der Sperrung - 100.000 Euro im Jahr. © dpa
Spekulationen bei Lehmann-Brothers kosteten dem Freistaat Bayern Millionen. © 
So sieht es beim AWB Neu-Ulm noch nicht aus. Aber die Müllverbrennungsanlage verlor durch Fehlspekulationen 2 Millionen Euro. Ein Zivilprozess gegen die beratende Bank läuft. © dpa

Laut seiner Prognose bleibt die Sparquote auch 2009 ähnlich hoch. Mehr gespart wird europaweit nur in der Schweiz, Frankreich und Österreich. Der EU-Durchschnitt liegt mit 6,5 Prozent nur halb so hoch wie hierzulande. Insgesamt haben die Bundesbürger 2008 rund 178,5 Milliarden Euro beiseite gelegt. Das ist neuer Rekord; die Summe liegt um 13 Milliarden Euro über dem Wert von 2007.

Die Schweizer sind Rekordsparer

Der Weltspartag ist am Freitag. Eine DSGV-Umfrage unter 2.008 Bundesbürgern ergab, dass die Sicherheit der Anlagen für 75 Prozent sehr wichtig ist. Das Kriterium rangiert mit großem Abstand vor anderen Kriterien wie Lebens- und Familienplanung, Verfügbarkeit und Hinterbliebenenschutz. Das Ziel einer hohen Rendite kommt erst abgeschlagen auf Platz elf.

“Viele Anleger haben erkannt, dass Spitzenrenditen auch besonders viel Risiko bergen“, sagte Haasis. Haasis regte an, den Sparerpauschbetrag von aktuell 801 Euro deutlich aufzustocken. Er verwies auf den neuen Koalitionsvertrag von Union und FDP, nachdem die Bürger noch mehr eigenverantwortlich für ihre private Altersversorgung, Gesundheit und Bildung vorsorgen müssen. “Das sollte der Staat durch eine verbesserte Sparförderung unterstützen“, meinte der Verbandspräsident. Bei vier Prozent Zinsen könne man mit dem heutigen Pauschbetrag nur rund 20.000 Euro steuerfrei anlegen. Das sei deutlich zu wenig.

Das Sparbuch erlebt ein Comeback

Das Sparbuch erlebt nach Angaben des Verbands ein Comeback, zusammen mit höherverzinslichen Sparformen wie dem Zuwachssparen. Mit 62 Prozent der getätigten Anlagen liegt es erstmals seit Jahren noch vor der Lebens- und Rentenversicherung (jeweils 60 Prozent) sowie dem Bausparvertrag (51 Prozent) und der selbst genutzten Immobilie (50 Prozent). Über Aktienanlagen verfügen nur noch 22 Prozent der Bürger.

Verbraucherstimmung nicht schlechter

Trotz der inzwischen zweijährigen Finanzmarktkrise hat sich die Verbraucherstimmung im Vergleich zum Vorjahr bislang nicht eingetrübt. 48 Prozent beschreiben ihre finanziellen Verhältnisse als sehr gut oder gut. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als 2007 und sogar acht Prozentpunkte mehr als im Jahr 2005. Als wesentliche Ursache für die vergleichsweise gute Stimmung nannte Haasis die von der Regierung verlängerte Kurzarbeit und die Konjunkturpakete. Momentan sänken aber die Eigenkapitalquoten in den Unternehmen rapide, warnte er.

“Wir brauchen spätestens im Frühjahr einen deutlichen Aufschwung, um drastische Einbrüche bei sich heute sozial verantwortlich zeigenden Unternehmen zu vermeiden.“ Sorge machen den Sparkassen die elf Prozent der Deutschen, die nach eigener Einschätzung keine finanziellen Rücklagen fürs Alter bilden können. “Das ist ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten im Laufe eines Jahres. Wir möchten der Politik anraten, diese Entwicklung im Auge zu behalten, denn dies sind potenziell diejenigen, die künftig von Altersarmut betroffen sein könnten“, sagte Hassis.

dpa

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