Überschuss in 2012

Deutsche Wirtschaft trotz Krise robust

+
Die deutsche Wirtschaft ist stark von ihren Exporten abhängig.

Wiesbaden - Überschuss für den Staat, weniger neue Schulden als gedacht, Wirtschaftswachstum trotz Krise in Europa: Deutschland steht besser da als viele seiner Nachbarn. Einfach wird 2013 deshalb nicht.

Die deutsche Wirtschaft hat der Krise in Europa getrotzt und dem deutschen Staat 2012 den ersten Überschuss seit fünf Jahren beschert. Allerdings bremsen die Turbulenzen die größte Volkswirtschaft Europas zunehmend. Im Schlussquartal 2012 gab es nach Schätzung des Statistischen Bundesamtes ein Minus. Für das laufende Jahr erwarten die meisten Volkswirte ein geringeres Wachstum als 2012. Das vergangene Jahr fiel nach vorläufigen Angaben der Wiesbadener Behörde vom Dienstag noch relativ gut aus: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,7 Prozent.

Das war zwar deutlich weniger als in den Vorjahren - 2011 wurden 3,0 Prozent, 2010 gar 4,2 Prozent Wachstum verzeichnet. Doch diese Jahre waren von einer Aufholjagd nach der Wirtschaftskrise 2009 geprägt. Für 2012 bilanzierte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler: „Die deutsche Wirtschaft hat sich in einem schwierigen Umfeld als widerstandsfähig erwiesen und trotzte der europäischen Rezession.“ Dank robuster Auslands- und Binnennachfrage sei die deutsche Wirtschaft „zwar langsamer, aber stetig gewachsen“.

Der Fiskus profitierte von der robusten Konjunktur, steigenden Löhnen und Rekordbeschäftigung: Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen unter dem Strich 2,2 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Damit erzielte der Staat erstmals seit 2007 und zum dritten Mal seit der Wiedervereinigung einen Überschuss, dieses Mal von 0,1 Prozent des BIP.

Rangliste: Welchen Berufen wir vertrauen

Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Mit der Studie „Reader’s Digest European Trusted Brands 2011“ hat das Magazin Reader’s Digest zum elften Mal die vertrauenswürdigsten Berufe und Marken ermittelt. Rang 20: Politikern vertrauen nur 7 Prozent in Deutschland. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 19: Autoverkäufern vertrauen 10 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 17: Fußballspielern vertrauen 14 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 17: Finanzberatern vertrauen 14 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 16: Gewerkschaftsführer vertrauen 24 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 15: Reiseveranstaltern vertrauen 28 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 14: Journalisten vertrauen 29 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 13: Priester und Pfarrer genießen das Vertrauen von 39 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 12: Rechtsanwälten vertrauen 50 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 11: Dem Beruf des Meteorologen schenken 56 Prozent der Deutschen ihr Vertrauen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 10: Der Taxifahrer liegt im Mittelfeld. Ihm vertrauen 55 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 9: Richter vertrauen 60 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 8: Lehrern vertrauen 65 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 7: 78 Prozent der deutschen schätzen Landwirte als vertrauenswürdige Berufsgruppe ein. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 6: Deutschlands Polizisten haben sich gut geschlagen. 79 Prozent sprechen ihnen das Vertrauen aus. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 5: Ärzten vertrauen 85 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 4: Mit 86 Prozent sind die Apotheker bei den vertrauenswürdigsten Berufen auf Platz 4. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 2: Krankenschwester belegen den zweiten Platz. 92 Prozent der Deutschen schenken ihnen das Vertrauen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 2: Mit 92 Prozent sind Piloten ebenfalls auf Platz 2.  © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 1: Feuerwehrmänner sind einsame spitze. Sie werden von 95 Prozent der Deutschen als vertrauenswürdig eingestuft. © dpa

Während andere Euro-Länder unter Rezession und Sparprogrammen ächzen, ist Deutschland somit weit entfernt von der Marke von 3,0 Prozent, die der Maastricht-Vertrag höchstens als Staatsdefizit erlaubt. 2011 hatte Deutschland mit 0,8 Prozent gesamtstaatlichem Defizit abgeschlossen. „Die Staatshaushalte waren im Jahr 2012 weiter auf Konsolidierungskurs“, sagte Egeler.

Die Steuergelder sprudelten, zudem verdiente Deutschland mit der Aufnahme neuer Schulden Geld: Investoren akzeptierten mitunter negative Zinsen für deutsche Staatspapiere, weil Deutschland in der Krise als sicherer Hafen gilt.

Das Bundesfinanzministerium stimmte nun aber auf ein Ende des Steuerbooms ein: Die Zeiten monatlich kräftig steigender Steuereinnahmen neigten sich im Zuge der Konjunkturabkühlung dem Ende entgegen, das Dezember-Ergebnis zeige „schon leichte Bremsspuren gegenüber dem Vorjahr“. 2012 musste der Bund deutlich weniger neue Schulden machen als gedacht: Die Nettokreditaufnahme lag bei 22,5 Milliarden Euro. Ursprünglich waren 32,1 Milliarden Euro veranschlagt, der im November beschlossene Nachtragsetat sah noch 28,1 Milliarden Euro vor.

Den Folgen der Schuldenkrise kann sich die exportorientierte deutsche Wirtschaft nicht ganz entziehen: Für die letzten drei Monate 2012 erwarten die Statistiker nach einer ersten Schätzung preis-, saison- und kalenderbereinigt ein Minus von 0,5 Prozent zum Vorquartal. Erste belastbare Zahlen dazu gibt es am 14. Februar.

Export als Wachstumsmotor

Alles in allem sei „das leichte Schrumpfen des BIP Ende 2012 kein Grund zum Pessimismus für 2013“, befand die Allianz. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen hätten sich aufgehellt, zudem mehrten sich Anzeichen für ein Anziehen der Auslandsnachfrage.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer kommentierte, das Abebben der Staatsschuldenkrise spreche dafür, „dass es nach einem schlechten vierten Quartal langsam bergauf gehen sollte mit der deutschen Wirtschaft“. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner glaubt jedoch 2013 nicht an große Sprünge: Erst 2014 seien wieder zwei Prozent oder mehr drin, „wenn der Rest Europas wieder auf einen Wachstumspfad gefunden“ habe.

Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung nach Angaben aus Regierungskreisen ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll das Wachstum demnach 1,6 Prozent betragen. Zuvor hatten „Handelsblatt“ und „Bild“-Zeitung über die Prognose berichtet, die an diesem Mittwoch im Rahmen des Jahreswirtschaftsberichts von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vorgestellt werden soll.

Wichtigster Wachstumsmotor war 2012 laut Bundesamt einmal mehr der Export. Der Außenhandel trug demnach 1,1 (Vorjahr: 0,6) Prozentpunkte zum BIP bei. „Auch vom inländischen Konsum kamen positive Impulse“, erklärte Egeler. Insgesamt waren die Konsumausgaben um 0,8 Prozent höher als 2011. Erbracht wurde die Wirtschaftsleistung in Deutschland von der Rekordzahl von rund 41,6 Millionen Erwerbstätigen.

Was ist das Bruttoinlandsprodukt?

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der wichtigste Gradmesser für die Leistung einer Volkswirtschaft. Es enthält den Wert aller erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen, die beispielsweise in einem Quartal oder Jahr innerhalb der Landesgrenzen erwirtschaftet wurden. Darin enthalten sind alle Wirtschaftsbereiche vom Handwerksbetrieb bis hin zu Handel, Banken, Industrie, Landwirtschaft und den Leistungen des Staates. Größte Komponente ist der private Konsum. Weitere wichtige Bestandteile sind die Investitionen von Firmen, der Außenbeitrag als Differenz von Exporten und Importen und die Ausgaben des Staates.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.