Erwartungen enttäuscht

Deutsche Wirtschaft mit Mini-Plus

Wiesbaden - Der erhoffte Aufschwung ist ausgeblieben: Nur mühsam schleppt sich die deutsche Wirtschaft aus dem Konjunkturtal.Jetzt wurde ein Mini-Wachstum vermeldet.

Die Krise im Euroraum lastet weiter schwer auf der deutschen Wirtschaft: Verunsicherte Unternehmer stellen Investitionen zurück, der traditionelle Konjunkturmotor Außenhandel schwächelt. Fast allein der steigenden Konsumfreude der privaten Haushalte ist es zu verdanken, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Vierteljahr 2013 preis-, saison- und kalenderbereinigt dennoch leicht um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal wuchs, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Experten hatten allerdings ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Doch nach dem schwachen Jahresende 2012 kommt die Konjunktur in Deutschland nur langsam wieder in Schwung. Daher senkten Volkswirte mehrerer Banken ihre Prognosen für die Entwicklung im Gesamtjahr - auch wenn das zweite Quartal besser werden dürfte als das erste.

Langer, harter Winter macht es der Wirtschaft schwer

Das schwache Wachstum zum Jahresbeginn sei auch durch die extrem winterliche Witterung verursacht worden, betonten die Statistiker. Auch Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank betonte: „Ein großer Teil der Enttäuschung ist sicherlich auf den langen, harten Winter zurückzuführen, der die Bautätigkeit und Teile der Industrieproduktion bremste.“ Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer schätzt, dass das kalte März-Wetter die BIP-Zuwachsrate im ersten Quartal um bis zu 0,2 Prozentpunkte gesenkt hat: „Im zweiten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft stärker zulegen als im ersten Quartal, weil die Bauwirtschaft die wetterbedingten Ausfälle aufholen wird.“

Das Statistikamt korrigierte am Mittwoch auch die Zahlen aus dem ohnehin schwachen Schlussquartal 2012 um weitere 0,1 Prozentpunkte nach unten. Nach den neuen Berechnungen schrumpfte die deutsche Wirtschaft zum Jahresende kräftig um 0,7 Prozent. Für das Gesamtjahr 2012 bestätigten die Statistiker einen BIP-Anstieg von 0,7 Prozent.

Positive Impulse ausschließlich von privaten Haushalten

Positive Impulse lieferten von Januar bis März fast ausschließlich die privaten Haushalte. Nach einem Rückgang Ende 2012 erhöhten sie ihre Konsumausgaben zu Jahresbeginn wieder, berichteten die Statistiker. Auch im Gesamtjahr werde ein deutsches Wachstum maßgeblich vom privaten Konsum abhängen, prognostizierte Schulz.

Denn der negative Trend bei den Investitionen setzte sich zu Jahresbeginn fort: Die Unternehmer legen Investitionen auf Eis, weil sie weiterhin durch die europäische Staatsschuldenkrise verunsichert sind. „Die Krise weicht langsamer aus dem Bewusstsein der Unternehmen als bisher angenommen“, sagte Krämer. Unicredit-Ökonom Andreas Rees ist allerdings überzeugt, dass im zweiten Quartal auch die Investitionen wieder anziehen werden: „Die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone lässt deutlich nach.“

Rangliste: Welchen Berufen wir vertrauen

Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Mit der Studie „Reader’s Digest European Trusted Brands 2011“ hat das Magazin Reader’s Digest zum elften Mal die vertrauenswürdigsten Berufe und Marken ermittelt. Rang 20: Politikern vertrauen nur 7 Prozent in Deutschland. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 19: Autoverkäufern vertrauen 10 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 17: Fußballspielern vertrauen 14 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 17: Finanzberatern vertrauen 14 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 16: Gewerkschaftsführer vertrauen 24 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 15: Reiseveranstaltern vertrauen 28 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 14: Journalisten vertrauen 29 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 13: Priester und Pfarrer genießen das Vertrauen von 39 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 12: Rechtsanwälten vertrauen 50 Prozent. © dpa
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Rang 11: Dem Beruf des Meteorologen schenken 56 Prozent der Deutschen ihr Vertrauen. © dpa
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Rang 10: Der Taxifahrer liegt im Mittelfeld. Ihm vertrauen 55 Prozent. © dpa
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Rang 9: Richter vertrauen 60 Prozent. © dpa
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Rang 8: Lehrern vertrauen 65 Prozent der Deutschen. © dpa
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Rang 7: 78 Prozent der deutschen schätzen Landwirte als vertrauenswürdige Berufsgruppe ein. © dpa
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Rang 6: Deutschlands Polizisten haben sich gut geschlagen. 79 Prozent sprechen ihnen das Vertrauen aus. © dpa
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Rang 5: Ärzten vertrauen 85 Prozent der Deutschen. © dpa
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Rang 4: Mit 86 Prozent sind die Apotheker bei den vertrauenswürdigsten Berufen auf Platz 4. © dpa
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Rang 2: Krankenschwester belegen den zweiten Platz. 92 Prozent der Deutschen schenken ihnen das Vertrauen. © dpa
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Rang 2: Mit 92 Prozent sind Piloten ebenfalls auf Platz 2.  © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 1: Feuerwehrmänner sind einsame spitze. Sie werden von 95 Prozent der Deutschen als vertrauenswürdig eingestuft. © dpa

Die Zurückhaltung der Unternehmer trifft in der Regel den Maschinen- und Anlagenbau besonders heftig. Die deutsche Schlüsselindustrie hatte zuletzt von sinkenden Auftragseingängen berichtet, besonders das Inlandsgeschäft enttäuschte: „Dies erklärt sich (...) auch mit der Verunsicherung der Investoren“, sagte der Chefvolkswirt des Verbands der Maschinenbauer, Ralph Wiechers.

Auch die Exporte konnten die Konjunktur zu Jahresbeginn nicht befeuern: Zwar wurden deutlich weniger Waren importiert als im Schlussquartal 2012, die Ausfuhren waren aber ebenfalls rückläufig. Maßgeblich verantwortlich für die schwache Auslandskonjunktur sei die Krise im Euroraum, betonte Gustav Horn vom Institut für Makroökonomie (IMK): „Es zeigt sich zunehmend, dass Deutschland sich dieser Krise nicht entziehen kann. Daher ist für das Jahr 2013 bestenfalls noch mit einer gehobenen Stagnation zu rechnen.“

Im Vorjahresvergleich sank das preisbereinigte BIP im ersten Quartal kalenderbereinigt um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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