So lange müssen Kühe draußen sein

Heute schon Weidemilch gekauft? Dieses Urteil sollten Sie kennen

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Glückliche Kühe auf der Weide: 120 Tage entsprechen dem "definierten Branchenstandard".

Milch darf als "Weidemilch" beworben werden, auch wenn die dafür gemolkenen Kühe nicht mehr als 120 Tage jährlich auf der Weide stehen. Das entschied das Oberlandesgericht Nürnberg

Es gebe keine rechtlichen Vorgaben für die Bezeichnung "Weidemilch", teilte das Oberlandesgericht Nürnberg am Mittwoch mit Blick auf ein entsprechendes Urteil vom Februar mit. Der Kläger, ein Wettbewerbsverband, hatte die Produktbezeichnung eines Lebensmitteldiscounters als Verbrauchertäuschung kritisiert.

Dem Oberlandesgericht zufolge gibt der Discounter auf der Rückseite der Milchverpackung aber an, dass die für die "Weidemilch" zuständigen Kühe "mindestens 120 Tag im Jahr und davon mindestens sechs Stunden am Tag auf der Weide stehen". Diese Information nehmen normal informierte Verbraucher dem Gericht zufolge vor dem Kauf auch wahr.

120 Tage sind der "definierte Branchenstandard"

Außerdem würden Verbraucher bei der Bezeichnung "Weidemilch" nur davon ausgehen, dass die entsprechenden Kühe "im Rahmen der üblichen Weidesaison und Weidezeiten" draußen seien, nicht etwa das ganze Jahr über täglich. 120 Tage entsprächen dabei dem "definierten Branchenstandard". Eine Irreführung der Verbraucher sah das Gericht deshalb nicht - anders als die Vorinstanz.

Das Landgericht Amberg hatte der Klage des Wettbewerbsverbands zuvor stattgegeben und erklärt, "Weidemilch" müsse von Kühen stammen, die am Melktag mindestens sechs Stunden auf der Weide waren. Der Discounter hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt - und damit nun vor dem Oberlandesgericht Nürnberg einen abschließenden Erfolg erzielt. Das Urteil ist rechtskräftig.

AFP

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