Drei Kandidaten im Rennen: Wer wird Weltbank-Chef?

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Der Nachfolger von Robert Zoellick als Weltbank-Chef wird gesucht.

Washington - Bleibt der Chefposten in amerikanischer Hand oder haben andere Kandidaten auch eine Chance? Für die Nachfolge von Weltbank-Präsident Zoellick hat die UN-Sonderorganisation drei Kandidaten ausgewählt.

Für die Nachfolge von Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat die UN-Sonderorganisation drei Kandidaten ausgewählt. Wie die Weltbank am Freitagabend in Washington mitteilte, werden die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala, der ehemalige kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo sowie der US-Mediziner Jim Yong Kim in die engere Wahl gezogen. Mit ihnen werde der Exekutivrat Vorstellungsgespräche führen. Bis Ende April soll die Entscheidung fallen.

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US-Präsident Barack Obama hatte den erfahrenen Entwicklungshelfer Kim für die Führung der internationalen Finanzorganisation vorgeschlagen. “Der Leiter der Weltbank sollte ein umfassendes Verständnis über die Rolle der Entwicklungshilfe in der Welt haben“, begründete Obama seine überraschende Entscheidung.

Da die Weltbank seit ihrer Gründung traditionell von einem Amerikaner geführt wird, während der Internationale Währungsfonds (IWF) als Schwesterorganisation stets eine europäische Spitze bekommt, hat Kim durch die US-Nominierung beste Chancen auf das Präsidentenamt.

Der gebürtige Südkoreaner ist Sohn von Einwanderern und leitet derzeit das renommierte Dartmouth College im Staat New Hampshire. Dort habe er Pionierarbeit für die internationale Verbreitung kostengünstiger, hochwertiger Gesundheitsversorgung geleistet, teilte das Weiße Haus mit. Kim ist zudem Mitbegründer der humanitären Einrichtung “Partners in Health“, die sich seit 25 Jahren für die medizinische Behandlung von Armen in der Welt einsetzt. Zudem war der Arzt einst Direktor der Aids- und HIV-Abteilung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Obama verdeutlichte mit seiner Auswahl des Arztes auch, wo er den künftigen Schwerpunkt der Weltbank sieht. “Gesunde Bevölkerungen ermöglichen Wachstum und Wohlstand“, sagte er. Entsprechend sei Kim mit seinen “einzigartigen Fähigkeiten“ und seiner jahrelangen Erfahrung besser qualifiziert als jeder andere für den Präsidentenposten. Fachleute lobten die US-Regierung für ihre bedachte Entscheidung: “Das ist ein großer Schritt nach vorne“, meinte der Co-Direktor des US-Instituts “Center for Economic and Policy Research“, Mark Weisbrot. Kim sei “der erste qualifizierte Weltbank-Präsident in 68 Jahren“.

Am Freitag machten sich mehrere Länder für die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala stark. Okonjo-Iweala hatte schon einmal einen Direktorenposten bei der Weltbank inne. Ocampo, der dritte Kandidat, ist derzeit Professor an der Columbia University in New York.

dpa

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