Düsseldorfer Tabelle

Nullrunde für Scheidungskinder

München - Nächstes Jahr steht den Millionen Trennungskindern in Deutschland eine Nullrunde bevor. Die tz klärt die wichtigsten Fragen.

Nächstes Jahr steht den Millionen Trennungskindern in Deutschland eine Nullrunde bevor. Die offizielle Düsseldorfer Tabelle, die bundesweit der Maßstab für den Kindesunterhalt ist, bleibt unverändert. Da die Einkommen gestiegen sind, bleibt den Unterhaltspflichtigen damit unterm Strich mehr zum Leben. Die tz klärt die wichtigsten Fragen:

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Die Familiensenate der Oberlandesgerichte und der Deutsche Familiengerichtstag regeln damit, wieviel Unterhalt pro Monat Trennungskindern zusteht.

Die wievielte Nullrunde ist das jetzt?

Die dritte. Die letzte Erhöhung von 13 Prozent erhielten Scheidungskinder 2010. Seitdem ist die Tabelle gleich.

Warum bekommen Kinder nicht mehr Geld?

Ihr Unterhaltsanspruch richtet sich nach dem steuerlichen Kinderfreibetrag. Und der wird 2013 nicht angehoben.

Wie viel dürfen Unterhaltspflichtige 2013 behalten?

Mehr, weil die Hartz-IV-Sätze gestiegen sind. Einem erwerbsfähigen Unterhaltszahler mit einem Schulkind unter 21 stehen statt 950 künftig monatlich 1000 Euro für den Eigenbedarf zu.

Wie setzt sich diese Summe zusammen?

Zugrunde liegt den 1000 Euro der Hartz-IV-Satz von 382 Euro für die Lebenshaltung, dazu kommen Wohnkosten von 360 Euro Warmmiete, 30 Euro für Versicherungen, 28 Euro für Mehrkosten wie die GEZ-Gebühren und 200 Euro als Anreiz, arbeiten zu gehen statt Hartz IV zu beantragen.

Und was bedeutet der höhere Selbstbehalt für die Kinder?

Die Düsseldorfer Richter rechnen, dass mit dem höheren Selbstbehalt noch mehr der drei Millionen Trennungskinder unter 18 Jahren zum Sozialfall werden. „Das wird nicht wenig sein, was da auf den Staat zukommt“, sagt Familienrichter Jürgen Soyka.

Wie viel dürfen Unterhaltspflichtige gegenüber Ehegatten und Eltern behalten?

Ebenfalls mehr: Der Selbstbehalt steigt bei Ehegatten um 50 auf 1100 Euro und bei Eltern um 100 auf 1600 Euro.

Was gilt für die Ex-Partner?

Ihnen bleibt tendenziell weniger Geld. Wenn sie nicht oder nur geringfügig beschäftigt arbeiten, müssen sie sich teilen, was nach Abzug von Kinderunterhalt und Selbstbehalt übrig bleibt.

was.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
BMW wartet auf ein einziges Bauteil: immense Auswirkungen
BMW wartet auf ein einziges Bauteil: immense Auswirkungen
Flixbus macht überraschende Ankündigung zu Ticketpreisen
Flixbus macht überraschende Ankündigung zu Ticketpreisen
Flughafen BER: Es gibt gute Nachrichten!
Flughafen BER: Es gibt gute Nachrichten!

Kommentare