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Brennende E-Autos werden zum Problem - Feuerwehren schlagen Alarm

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Von: Patrick Freiwah

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Unfälle mit Elektroautos stellen die Feuerwehren oftmals vor große Probleme
Unfälle mit Elektroautos stellen die Feuerwehren oftmals vor große Probleme. © dpa/Imago (Fotomontage)

In Deutschland legen Zulassungszahlen bei Elektro-Autos rapide zu. Doch die Feuerwehren sehen die Entwicklung mit wachsender Sorge.

Berlin - Die stetige Zunahme von Elektroautos auf den Straßen veranlasst den deutschen Feuerwehrverband zu einer Warnung an die Öffentlichkeit. Speziell die Autohersteller nimmt die Vereinigung der Rettungskräfte in einem Interview ins Visier und fordert, dass diese der gewachsenen Verantwortung besser gerecht werden sollen.

Diesbezüglich würde es in der Industrie - die nach wie vor das Herzstück der deutschen Wirtschaft* darstellt - ein enormes Defizit geben. Wie der Vorsitzende des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz betont, würden „Hersteller ihrer Verantwortung für Elektroautos und den damit verbundenen Risiken nach einem Brandereignis bislang nicht ausreichend gerecht“, so Peter Bachmeier gegenüber dem Spiegel.

Elektroautos: Feuerwehr nimmt Hersteller in die Pflicht - Und klärt über Brandrisiko auf

Spezielle Autohersteller werden nicht angesprochen, es handele sich vielmehr um ein allgemeines Problem, weil sich Berichte von brennenden Elektroautos zunehmend häufen. Im Schnitt brennen in Deutschland pro Tag insgesamt rund 40 Autos. In dem Bericht wird auch ein Fall von Mitte August erwähnt, wo in den Niederlanden ein VW ID.3 in Brand geraten sei, die Ursache jedoch noch nicht ermittelt.

Bei der Kritik der Feuerwehr an der Autoindustrie wird jedoch erwähnt, dass bei Elektroautos keineswegs ein höheres Brandrisiko festzustellen sei. Vielmehr geht es um die Löschvorgänge. Wie der Feuerwehrmann erklärt, sei die Brandbekämpfung bei E-Autos wesentlich aufwändiger, als bei Benzinern oder Diesel. Es sei komplexer, arbeits- und auch ressourcenintensiver, führt Bachmeier aus: „Ein normales Auto löscht man in einer Viertelstunde ab und braucht dafür 500 Liter Wasser. Beim E-Auto ist die Feuerwehr hingegen oft zwei bis drei Stunden beschäftigt und braucht 10.000 Liter Wasser.“ Ein Hersteller aus Österreich hat diesbezüglich ein womöglich bahnbrechendes neues System vorgestellt.

Ein Anfang 2021 in Bamberg entstandenes Video verdeutlicht die komplizierte Feuergefahr bei Elektroautos:

Brennende Elektroautos: Beim Löschen wartet auf Feuerwehr viel Arbeit

Dazu berichtet der deutsche Feuerwehrverband von einem weiteren Problem, dem sich die Autohersteller bislang entziehen würden: Elektroautos müssten nach einem Brand 72 Stunden beobachtet werden, um eine neuerliche Brandentwicklung der Batterie auszuschließen. Wie Bachmeier erklärt, könne das nicht Aufgabe der Feuerwehr sein. Stattdessen nimmt er die Industrie in die Pflicht: Die Konzerne sollten Spezialisten entsenden, die das ausgebrannte Gefährt abtransportieren. In der Chemieindustrie wäre eine derartige Vorgehensweise bereits üblich.

Erst vor wenigen Tagen kam es nördlich von München wieder zu einem heiklen Feuerwehreinsatz, weil ein E-Auto in Brand geriet*. Das Landratsamt appellierte an die Bevölkerung. (PF) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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