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Stochern im Nebel

EADS: Die wichtigsten Fragen & Antworten

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Die EADS-Zentrale in Paris

München - Den Mitarbeitern von EADS – speziell der Rüstungssparte Cassidian – steht ein unruhiges Weihnachtsfest bevor. Die tz erklärt, was an Bayerns Standorten los ist.

Denn Klarheit darüber, wie der von Konzern-Chef Tom Enders angekündigte Job-Abbau vonstatten gehen soll, werden sie vorerst nicht haben. Am Mittwoch haben die Betriebsräte den Mitarbeitern am Standort Unterschleißheim den weiteren Zeitplan erklärt. Doch noch sind viele Details unklar. Erst im ersten EHalbjahr des kommenden Jahres sollen sie überhaupt zwischen Betriebsrat und Management verhandelt werden. Der künftig unter dem Namen Airbus Group firmierende EADS-Konzern hatte den Abbau von 5800 Jobs bis 2016 angekündigt und auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die tz erklärt, was an Bayerns Standorten los ist:

Keine Klarheit nach Betriebsversammlung bei EADS

Wann haben die EADS-Mitarbeiter Klarheit? Das wird noch dauern. Frühestens im Februar 2014 dürfte bekannt werden sein, wie viele Stellen an welchen Standorten genau wegfallen. Zunächst muss die EADS-Führung in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern die genaue Ausgestaltung der Sanierungspläne aushandeln. Bei einer Betriebsversammlung am bisherigen Cassidian-Stammsitz in Unterschleißheim erklärte der Geschäftsführer der Rüstungssparte, dass es das erklärte Ziel sei, die 2600 Stellen in Deutschland ohne betriebsbedingte Kündigungen abzubauen. Ob das gelingen kann, ist allerdings fraglich, EADS-Chef Tom Enders hatte deshalb betriebsbedingte Kündigungen bewusst nicht ausgeschlossen.

Was ist denn bisher schon klar? Die bisherige Zentrale des Rüstungsablegers Cassidian in Unterschleißheim wird dicht gemacht. Dort arbeiten zurzeit 1400 Beschäftigte inklusive Leiharbeiter. 1000 von ihnen sollen nach Ottobrunn wechseln, wo die Zentrale der Airbus-Sparte Defence and Space (Airbus DS)künftig angesiedelt sein soll. Dort arbeiten schon heute 1570 Menschen für EADS. 200 bis 300 weitere Mitarbeiter aus Unterschleißheim sollen an anderen süddeutschen Standorten von Airbus DS einen neuen Job finden – vor allem Friedrichshafen oder Ulm sind hier möglich.

Was ist mit dem Standort Manching? Hier herrscht Ungewissheit und Unsicherheit. An dem Standort in der Nähe von Ingolstadt arbeiten immerhin 3885 Menschen für Cassidian, hier wird das Kampfflugzeug Eurofighter hergestellt. Das Flugzeug ist das Sorgenkind des Konzerns, bis 2017 sind die bisherigen Bestellungen abgearbeitet. Danach könnte der komplette Standort auf dem Spiel stehen – denn das Problem des Eurofighters ist, dass er zu teuer ist, um eine Chance im Export zu haben.

Und die weiteren bayerischen EADS-Standorte? Hier herrscht gespannte Ruhe. Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek gibt kurzfristig Entwarnung für die Standorte Augsburg (2860 Mitarbeiter) und Donauwörth (5650 Mitarbeiter): „Eurocopter und Premium Aerotec sind zunächst nicht betroffen“, so Leppek. Wie es langfristig aussehe, stehe aber auf einem anderen Blatt. Die Veränderungen bei EADS seien ein Prozess, „von dem noch niemand weiß, was er bringen wird“, so Leppek zur SZ. In Schrobenhausen sind 1200 Mitarbeiter mit Lenkflugkörpern beschäftigt, auch sie müssen sich bis nächstes Jahr gedulden.

Wie viele Menschen arbeiten in Deutschland für EADS? Insgesamt 50 100 Menschen. Der größte Standort ist das Airbus-Werk in Hamburg mit 13 000 Beschäftigten, Donauwörth und Manching folgen. Von den 5800 Arbeitsplätzen werden allein in Deutschland rund 2600 gestrichen, die meisten davon in Bayern.

Geht es Airbus finanziell schlecht? Nein, im Gegenteil. EADS-Chef Enders konnte für die ersten neun Monate des Jahres einen Gewinn von fast 1,2 Milliarden Euro vermelden – ein Plus von fast 40 Prozent. Weil die klammen Staaten Europas aber immer weniger Geld für Rüstungsgüter ausgeben, hakt es vor allem in der Rüstungssparte des Konzerns. Für den Eurofighter liegen nur noch bis 2017 Aufträge vor. Wenn die abgearbeitet sind, könnte der Sparte der nächste Spar-Hammer drohen.

Mk.

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