Neu gekauft und schon kaputt

Elektrogeräte: Wo Schwachstellen liegen

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Auch in Handys sind oft Schwachstellen eingebaut

München - Immer mehr Geräte werden wegen eingebauter Verschleißteile vorzeitig Schrott. Das geht aus einer Studie hervor. Die tz nennt einige konkrete Beispiele.

Wer kennt das nicht: Ein Handy, dass kurz nach Ablauf der Garantie den Geist aufgibt. Eine Waschmaschine, bei der nach wenigen Jahren ein Plastikteil für zehn Cent abbricht. Das aber kann nur mit einem kompletten Bausatz für teures Geld erneuert werden. Was viele Verbraucher schon immer vermutet haben, belegt jetzt eine Studie, die die Grüne Verbrauchersprecherin im Bundestag, Nicole Maisch, gestern vorstellte: Zahlreiche Hersteller bauen bewusst minderwertige Verschleißteile ein, um mehr Geräte zu verkaufen und höhere Gewinne zu machen. Die Grünen fordern schärfere Vorschriften für die Hersteller von Elektrogeräten, damit es keine „eingebauten Schwachstellen“ mehr gibt. Erforderlich seien „klare Vorgaben für die Reparierbarkeit und Austauschbarkeit von Einzelteilen“, sagte Maisch. Die tz nennt Beispiele:

Handmixer: Hier werden oft minderwertige Kunststoffzahnräder eingebaut, die nach etwa drei Jahren zerfräst sind und nicht ersetzt werden können.

Kopfhörer: Selbst bei teuren Markenprodukten werden diese minderwertig an der Verbindungsstelle als Draht-Kopfhörer ausgeführt. Dort kommt es selbst bei normaler Nutzung zu frühzeitigem Kabelbruch. Die Kosten für Ersatzkopfhörer liegen bei 30 bis 80 Euro und mehr.

Schuhsohlen: Schuhsohlen unterschiedlicher Fabrikate verschleissen frühzeitig durch vorzeitigen Abrieb. Eine Reparatur durch Ersatzsohlen ist oft nicht möglich, da eine entsprechende Verklebung nicht machbar ist.

Reißverschlüsse: In Jacken werden oft Reißverschlüsse eingebaut, deren Zähne nicht einzeln, sondern als Längsspirale ausgeführt werden. Diese sind oft von geringer Haltbarkeit und versagen frühzeitig ihren Dienst.

Waschmaschinen: Nahezu alle Waschmaschinenproduzenten haben den Laugenbehälter aus Edelstahl, in dem sich die Waschtrommel dreht, gegen Kunststofflaugenbehälter ausgewechselt. Die geringere Belastbarkeit des Materials führt zu Schäden, verursacht teure Reparaturen oder Totalschaden und verkürzt die Gebrauchsdauer.

Handys: Manche Hersteller verkleben die Komponenten so, dass man einen defekten Akku nicht oder nur unter großem Aufwand austauschen kann. Andere Hersteller behindern (wie beim iPhone4) die Möglichkeit zur Reparatur durch den Nutzer oder freie Werkstätten, indem sie Spezialschrauben verwenden. So kann eine Reparatur nur mit Spezialwerkzeug durchgeführt werden. Dieses wird nur Partnerwerkstätten überlassen. Manche Hersteller wechseln Spezialschrauben und Werkzeug sogar bei jedem Modell.

Drucker: In Drucker (Tintenstrahl-, Laserdrucker) werden auf verschiedene Weisen Zähler eingebaut, die beispielsweise viel zu früh einen Wechsel der Farbkartuschen melden.

KHD

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