Super-Flieger für 480 Kilometer

Trotz weltweiter Klima-Diskussionen: Golf-Airline setzt Riesen-Flieger auf der Kurzstrecke ein

Emirates: Die Golf-Airline schickt den A380 jetzt auch wieder auf die Kurzstrecke.
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Emirates: Die Golf-Airline schickt den A380 jetzt auch wieder auf die Kurzstrecke.

Die Golf-Airline Emirates lässt sich von der Klima-Diskussion nicht allzu sehr beirren - und setzt jetzt auch auf der Kurzstrecke wieder den A380 ein.

  • Die A380 ist ein faszinierendes Flugzeug - aber im Betrieb aber leider auch relativ teuer.
  • Immer mehr Airlines sind von dem Super-Flieger abgerückt und haben ihre Orders gestrichen.
  • Airbus hat die Konsequenzen gezogen. Ende März lief die letzte Maschine in Toulouse vom Band.
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München - Der Airbus A380 gilt als eines der spektakulärsten Langstrecken-Flugzeuge in der Geschichte der Luftfahrt. Je nach Ausstattung bietet der Doppeldecker Platz für bis zu 853 Passagiere und eine Reichweite von gut 15.000 Kilometern.

Für die Kurzstrecke ist der umstrittene Vierstrahler eher nicht gedacht. Doch bei Emirates Airlines haben sie sich von solchen Überlegungen in den vergangenen Jahren nicht beirren lassen. Der weltweit größte A380-Kunde setzte den Super-Flieger ab Juli 2019 auf der Strecke vom Heimatflughafen Dubai ins benachbarte Maskat ein. Gerade mal 40 Minuten brauchte der Vierstrahler für den Sprung in die Hauptstadt des Oman. Das reichte locker für den inoffiziellen Titel als kürzeste A380-Verbindung weltweit.

Zwar stellte Emirates die Mini-Verbindung im Frühjahr wieder ein. Doch der bei vielen Airbus-Fans stark beachtete Spitzenplatz für den kürzesten A380-Trip blieb weiter im Haus und ging an die Strecke Dubai – Amman. Immerhin rund drei Stunden dauert der Flug vom Golf in die jordanische Hauptstadt.

Doch jetzt ist die Verbindung Dubai - Amman ihren Titel schon wieder los. Seit dem 3. Juni setzt Emirates den A380 auch auf der Strecke vom Dubai International Airport ins Emirat Bahrain ein. Das sind gerade mal 480 Kilometer Flugstrecke - und damit 50 Kilometer weniger als die Gesamtlänge der Kabel, die an Bord des Airbus verbaut sind.

Emirates: Airline will steigende Nachfrage mit Super-Flieger auffangen

Zur Begründung für den Typ-Wechsel von der Boeing 777-300ER auf die in der Branche durchaus umstrittene A380 verweist die Airline auf die Buchungszahlen. Das größere Fluggerät werde dazu „beitragen, die wachsende Nachfrage von und nach Bahrain im Sommer zu decken“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Laut Flugplan soll der Kurz-Trip über den Persischen Golf mit den Flugnummer EK 839/840 statt bislang 85 Minuten in der Triple Seven ab sofort nur noch 70 Minuten dauern. Der Preis fürs One-Way-Ticket in der Economy liegt bei umgerechnet 70 Euro. Wer sich das Business- oder First-Erlebnis gönnen will, muss mit rund 404 bzw. 521 Euro rechnen.

Emirates: Für die Strecke zwischen Bahrain und Dubai braucht der A380 gerade mal 70 Minuten und damit 15 Minuten weniger als die Boeing 777.

Emirates: Kurzstrecken wegen Klimabilanz hochumstritten

Kurzstreckenflüge sind wegen ihrer Klimabilanz hochumstritten. Erst Mitte Mai hatte die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit Forderungen nach Beschränkungen des Luftverkehrs für Aufsehen gesorgt. „Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben“, hatte die Baerbock in einem Interview gesagt.

In Deutschland gibt es für entsprechende Beschränkungen durchaus Sympathien. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von Ende Mai sprach sich knapp jeder Vierte (24 Prozent) für eine Abschaffung aus. Gut jeder Dritte (34 Prozent) plädierte für eine Verteuerung etwa durch Steuern, um Kurzstreckenflüge weniger attraktiv zu machen. Ein weiteres Viertel der Befragten (26 Prozent) lehnte hingegen jede Veränderung bei Kurzstreckenflügen ab. 

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