Stellenabbau: Eon-Mitarbeiter unter Schock

München - Schwarzer Tag für die Eon-Beschäftigten in München: Von den 2500 Stellen wird jede zweite gestrichen. Auch die Zentrale von Eon Energie macht der Konzern dicht. Der Betriebsrat will dagegen weiter für die Arbeitsplätze kämpfen.

Die Mitarbeiter des Energieriesen Eon müssen in Deutschland mit dem Abbau von etwa 6500 Arbeitsplätzen rechnen. Diese Zahl für den Stellenabbau im Inland sei plausibel, hieß es aus Unternehmenskreisen. Unter anderen wird die Zentrale von Eon Energie in München Mitte 2012 geschlossen. Insgesamt könnten von den rund 2500 Eon-Stellen in der Landeshauptstadt bis zu 1500 wegfallen.

Eon-Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg verteidigte die Pläne: „Bayern bleibt trotz Stellenabbau weiterhin ein wichtiger Standort für Eon“, sagte Reutersberg gegenüber unserer Zeitung. „Die Schließung der Zentrale von Eon Energie in München bedeutet keinesfalls einen Rückzug aus dem Deutschland-Geschäft.“

Reutersberg räumte ein, dass Stellen-Streichungen bei den Eon-Energie-Töchtern Eon Vertrieb und Eon Bayern geplant seien. „Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, ist derzeit noch nicht entschieden.“ Unklar sei auch, ob Eon Vertrieb weiterhin seinen Sitz in München habe.

Auch am Konzernsitz in Düsseldorf soll die Zahl der Beschäftigten deutlich sinken – von jetzt 2600 auf bis zu 1300. Und auch in Hannover soll sich die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 2500 um bis zu 1000 verringern. Etwas glimpflicher kommt der Standort Essen davon. Zwar wird nach den Plänen der Konzernspitze auch die Eon-Tochter Ruhrgas de facto aufgelöst, doch soll dafür künftig das komplette Deutschlandgeschäft des Energieriesen aus der bisherigen Ruhrgas-Zentrale in Essen gesteuert werden.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) bedauerten die geplante Standortschließung in München. Zuvor hatte CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber Zeil scharf attackiert: „Ich hätte mir deutlich mehr Engagement für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Bayern erwartet“, sagte Huber gegenüber unserer Zeitung.

Konzernchef Johannes Teyssen hatte den deutschen Atomausstieg zum Anlass für seinen strikten Sparkurs genommen.

sha

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