Erstmals früherer SachsenLB-Vorstand auf Anklagebank

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Nach fragwürdigen Deals in Milliardenhöhe war die SachsenLB fast pleitegegangen und wurde an die Landesbank Baden-Württemberg notverkauft. Foto: Waltraud Grubitzsch

München/Dresden (dpa) - Fast zehn Jahre nach dem Niedergang und Notverkauf der SachsenLB kommt erstmals ein früheres Vorstandsmitglied auf die Anklagebank.

Am 10. September beginne am Landgericht Leipzig ein Prozess gegen den ehemaligen Vizechef der Landesbank, sagte ein Sprecher der Landgerichts Leipzig am Freitag. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Nach fragwürdigen Deals in Milliardenhöhe war die SachsenLB fast pleitegegangen und wurde an die Landesbank Baden-Württemberg notverkauft. Für Ausfälle aus der SachsenLB-Zeit bürgt der Freistaat mit bis zu 2,75 Milliarden Euro.

Der Ex-Manager müsse sich wegen des Vorwurfs der unrichtigen Darstellung in der Bilanz 2004 verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten verschiedene Verstöße gegen Bilanzierungsregeln vor. Er soll bei der Landesbank eine "Patronatserklärung", also eine Haftungsübernahme, für eine irische Unternehmensgruppe in der Bilanz 2004 gar nicht und im Anhang zur Bilanz nicht ausreichend vermerkt haben.

Andere Punkte der Anklage ließ das Gericht in seinem Eröffnungsbeschluss nicht zur Verhandlung zu, sagte der Gerichtssprecher. Seinem Mandanten werde insbesondere nicht mehr zur Last gelegt, die SachsenLB oder deren damaligen Haupteigentümer, den Freistaat Sachsen, geschädigt zu haben, sagte Anwalt Nikolai Venn der "Süddeutschen Zeitung". Er sei zuversichtlich, dass der Ex-Banker wegen des letzten Anklagepunktes nicht verurteilt werde.

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