EZB erwartet 2010 stärkeres Wachstum als bisher

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EZB erwartete 2010 ein Wachstum von bis zu 1,5 Prozent.

Frankfurt/Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) beurteilt die Konjunkturchancen im kommenden Jahr deutlich optimistischer als bisher. Sie sagt ein Wachstum von bis zu 1,5 Prozent voraus.

EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet sagte am Donnerstag in Frankfurt am Main ein Wachstum der Wirtschaft in der Eurozone zwischen 0,1 und maximal 1,5 Prozent voraus. Zugleich beschloss der Zentralbankrat, den Leitzins für den Euroraum angesichts des weiterhin geringen Inflationsdrucks auf dem Rekordtief von 1,00 Prozent belassen. Die EZB erwartet für das kommende Jahr auf jeden Fall kein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mehr. Im September noch hatten die Ökonomen der Bank eine Entwicklung des BIP zwischen minus 0,5 Prozent und plus 0,9 Prozent vorhergesagt. Zuvor waren sie noch von einem Ergebnis zwischen minus 1 Prozent und plus 0,4 Prozent ausgegangen.

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Für das laufende Jahr sagt die EZB ein Schrumpfen des BIP um 4,1 bis 3,9 Prozent voraus, was weitgehend der Prognose von September entspricht. Für 2011 prognostiziert die Zentralbank ein Wachstum zwischen 0,2 und 2,2 Prozent. Trichet begründete die günstigere Voraussage damit, dass das BIP in den Eurostaaten im dritten Quartal mit plus 0,4 Prozent erstmals nach fünf negativen Quartalen wieder gewachsen sei. Vorliegende Daten ließen auch für das vierte Quartal weiteres Wachstum erwarten. Positiv sei, dass die staatlichen Konjunkturprogramme möglicherweise stärkere Wirkung entfalteten als vorausgesehen. Auch könnte der Export sich schneller erholen als erwartet.

Nur geringe Inflation erwartet

Als Risiken für die Konjunktur nannte Chirac einen neuerlichen Anstieg des Ölpreises und anderer Rohstoffpreise und die Gefahr zunehmenden protektionistischen Drucks. Die Kreditvergabe entwickelte sich im Oktober nach den Worten Trichets weiter negativ. Allerdings zeige sich bei den Haushalten eine Stabilisierung des Kreditwachstums auf niedrigem Niveau. Weiter negativ ist dagegen die Entwicklung bei Unternehmensdarlehen. Trichet erklärte, das immer noch niedrige Niveau von Produktion und Handel und die weiter bestehende Unsicherheit über die Geschäftsaussichten dämpfe die Kreditnachfrage der Firmen.

Zugleich ermahnte er aber die Geschäftsbanken, alles zu tun, um den Firmen genügend Kredit zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig müssten sie jedoch auch ihre Eigenkapitalbasis verbessern. Die Inflation in der Eurozone ist nach den Worten Trichets einer ersten Schnellschätzung zufolge im November um 0,6 Prozent gestiegen und damit erstmals seit fünf Monaten wieder positiv. Das liege auch am auslaufenden Basiseffekt der deutlichen Energiepreissenkung in den vergangenen Monaten. Für 2009 rechnet die EZB mit einer Jahresinflationsrate von 0,3 Prozent. Für 2010 erwartet sie eine Teuerung zwischen 0,9 und 1,7 Prozent, für 2011 zwischen 0,8 und 2,0 Prozent. Damit liege die Inflation auch mittelfristig innerhalb des von der EZB als Preisstabilität angesehenen Rahmens.

AP

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