EU-Autoabsatz sinkt - Opel verliert stark

Brüssel - Die Absatzkrise auf dem EU-Automarkt hält an. Besonders trifft es Opel, aber auch bei Fiat geht es kräftig abwärts.

Andere Autobauer können die Rückgänge teils durch das Wachstum in China und den USA auffangen.

In der Europäischen Union sind die Auto-Neuzulassungen im Juni den neunten Monat in Folge geschrumpft, allerdings nicht so stark wie in den Vormonaten. Die Pkw-Verkäufe seien im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 2,8 Prozent auf 1 201 578 Fahrzeuge gesunken, teilte der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag mit. Im Mai lag der Rückgang noch bei 8,7 Prozent, im April bei 6,9 Prozent. Zu den größten Verlierern gehörte erneut Opel. Der Absatz von Opel- und Vauxhall-Fahrzeugen schrumpfte ähnlich wie im Vormonat um 12,2 Prozent auf 88 252 Autos.

Die gebeutelten französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën (minus 8,6 Prozent) und Renault (minus 3,8 Prozent) mussten ebenfalls ein starkes Verkaufsminus hinnehmen. Der italienische Hersteller Fiat hatte allerdings mit minus 18 Prozent noch einen erheblich stärkeren Rückgang zu beklagen.

Die deutschen Hersteller schnitten unterschiedlich ab: Volkswagen (VW) steigerte den Absatz aufgrund der Verkaufserfolge bei seiner Stammmarke VW (plus 3,4 Prozent), bei Audi (plus 7,6 Prozent) und bei Skoda (plus 5,2 Prozent) um 2,8 Prozent. Die spanische Tochter Seat hingegen verkaufte 14,5 Prozent weniger Autos. BMW beendete den Monat mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent, Daimler verkaufte mit minus 5,7 Prozent dagegen deutlich weniger. Dabei belastete besonders der Einbruch beim Smart (minus 14,0 Prozent).

Die Entwicklung an den wichtigsten Automärkten der EU verlief gespalten: Deutschland (plus 2,9 Prozent) und Großbritannien (plus 3,5 Prozent) konnten nach den ACEA-Zahlen Zuwächse verbuchen. Dagegen ging es in Spanien um 12,1 Prozent abwärts. Negativ heraus stach Italien: Die Autoneuzulassungen in dem Euro-Krisenland brachen um 24,4 Prozent ein. Der französische Markt blieb dagegen mit einem Minus von 0,6 Prozent nahezu stabil.

Die Opel-Mutter General Motors erlitt einen Absatzrückgang um 8,8 Prozent. Dabei glänzte Chevrolet mit einem Plus von 11,0 Prozent, während es bei den Opel- und Vauxhall-Fahrzeugen weiter kräftig abwärts ging.

Eine stark Ausnahme bildete der japanische Autobauer Toyota. Er steigerte den Absatz um deutliche 19,8 Prozent.

Erfreulicher für die Autohersteller entwickelten sich die Märkte außerhalb Europas: So legten die Verkaufszahlen in den USA dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge im Juni um 22 Prozent zu. In China stiegen die Verkäufe um knapp 16 Prozent und in Japan sprang der Absatz sogar um knapp 47 Prozent nach oben.

“Allein in den USA und in Japan wurden im ersten Halbjahr 2012 jeweils rund 1 Million Autos mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. “Der chinesische Markt legte um rund 1500 000 Einheiten zu. Damit wird der Rückgang in Westeuropa deutlich überkompensiert“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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