Euro-Krise: Westerwelle verschärft Ton

+
Guido Westerwelle

Düsseldorf - Vize-Kanzler Guido Westerwelle (FDP) verschärft den Ton in der Diskussion um die Euro-Krise. Die Forderungen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms lehnte er ab.

Den Vorwurf von Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, die FDP fahre einen populistischen Kurs in der Debatte, wies Westerwelle entschieden zurück. “Es beunruhigt mich, wie einige in Europa nach dieser Finanzkrise einfach zur Tagesordnung übergehen wollen und meinen, neue Schulden zu machen sei die Lösung des Problems“, sagte der FDP-Chef dem “Handelsblatt“ (Montag). Statt gegenseitiger Schuldzuweisungen fordert Westerwelle eine schnelle Reform zur Stabilisierung des Euros. “Wer Europa will, muss jetzt handeln und die Regeln anpassen. Das ist der wahre europäische Patriotismus“, sagte er.

Die Forderungen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms lehnte der Vize-Kanzler ab. “Wenn die These von Ludwig Erhard stimmt, dass Wirtschaft zur Hälfte Psychologie ist, dann sind solche Wortmeldungen nicht hilfreich“, sagte Westerwelle. Der Rettungsschirm sei nur zu einem geringen Teil ausgelastet. Eine öffentliche Diskussion über die Euro-Krise sei zwar normal. “Es ist aber ein Unterschied, wenn hohe Funktionsträger quasi ex-cathedra Forderungen nach einer Aufstockung des Rettungsschirms erheben“, kritisierte Westerwelle den EU-Kommissionpräsidenten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.