Neuer Rekordstand

Euro-Zone: So viele Arbeitslose wie noch nie

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In Spanien ist jeder Vierte arbeitslos.

Brüssel - Die Schuldenkrise nimmt Europas Arbeitsmärkte in die Zange. Die Arbeitslosenzahlen erreichen den nächsten Rekordstand. Vor allem in Krisenländern wie Griechenland und Spanien sieht es düster aus.

Die Schuldenkrise hat die Zahl der Arbeitslosen in der Eurozone erneut auf einen Rekordwert getrieben. Im Oktober waren in den 17 Euro-Ländern 18,7 Millionen Menschen ohne Job - so viele wie noch nie seit Einführung des Euro. Das entsprach einer Quote von 11,7 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Im Vergleich zum Vormonat September wurden 173 000 mehr Arbeitslose gezählt, gegenüber dem Vorjahr war es ein Anstieg von mehr als zwei Millionen. Junge Leute waren besonders stark betroffen. Dramatisch sieht die Lage in den Euro-Krisenländern Griechenland und Spanien aus.

In Spanien ist bereits mehr als jeder vierte Arbeitnehmer ohne Job (26,2 Prozent), in Griechenland jeder vierte. Auch im schuldengeplagten Portugal ist die Lage am Arbeitsmarkt schwierig, jeder sechste ist dort ohne Arbeit. Firmenpleiten und Entlassungen belasten in den Krisenstaaten den Arbeitsmarkt.

Jugendliche leiden dabei besonders. Im Oktober waren in den Euro-Ländern 3,6 Millionen Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Der Zuwachs fiel mit 350 000 doppelt so stark aus wie bei allen Arbeitnehmern insgesamt. Auch die Quote war bei jungen Leuten mit 23,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

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Der Euro ist die einheitliche Währung der Europäischen Union. Insgesamt gilt der Euro inzwischen in 18 EU-Ländern als Zahlungsmittel. Klicken Sie sich durch die Fotostrecke, um zu erfahren in welchen Ländern der Euro welche Währung ablöste. © dpa
In Deutschland gilt seit 2002 die neue Währung, die alte D-Mark hatte ausgedient. © dpa
Die Franzosen mussten 2002 ihren Franc für den Euro abgeben. © dpa
Auch die Italiener bekamen 2002 den Euro, dafür verlor die Lira ihre Gültigkeit. © dpa
In den Niederlanden ging 2002 die Zeit des Gulden zugunsten des Euro zu Ende. © dpa
Die griechische Drachme wich ebenfalls 2002 dem Euro. © dpa
2002 gab es in Belgien Euro statt Franc. © dpa
Das Aus für die finnische Finmark kam auch 2002. © dpa
In Irland wurde der Euro ebenfalls 2002 eingeführt und löste das irische Pfund ab. © dpa
Der österreichische Schilling hatte 2002 ebenso ausgedient. © dpa
In Portugal wurde der Escudo auch 2002 durch den Euro ersetzt. © dpa
2002 tauschten die Spanier ihre Peseten gegen Euro. © dpa
Der luxemburgische Franc wich 2002 dem Euro. © Wikipedia
Groß war der Jubel in Slowenien, als 2007 der Tolar durch den Euro abgelöst wurde. © dpa
Die Malteser tauschten 2008 ihre Lire gegen den Euro. © dpa
Wie in Malta wurde auch in Zypern 2008 der Euro eingeführt anstelle des zypriotischen Pfunds. © dpa
Die Slowakei stieß 2009 zu den Euro-Ländern, die Krone hatte ausgedient. © dpa
Als bislang letztes Land stieß Estland in den Kreis der Nationen, die den Euro eingeführt haben: 2011 war Schluss für die estnische krone. © dpa
Der Euro ist auch auch in einigen Ländern gesetzliches Zahlungsmittel, die nicht der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion angehören. © dpa
Montenegro und Kosovo führten im Zuge ihrer Unabhängigkeitsbestrebungen einseitig die deutsche Mark als Währung ein. Nach Ablösung durch den Euro stellten auch diese auf den Euro um. © dpa
San Marino, Vatikan, Monaco und Andorra hatten vor der Einführung des Euro Währungsunionen mit Italien, Frankreich bzw. Spanien. Daher gilt auch in diesen Ländern der Euro als Zahlungsmittel. © dpa
In Lettland ist der Euro seit dem 1. Januar 2014 offizielles Zahlungsmittel. © dpa

Der Trend zeigt weiter nach oben, da sich der Zuwachs beschleunigt. Seit Anfang vergangenen Jahres klettert die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Euro-Währungsraum stetig und eilt von Rekord zu Rekord. Experten zufolge dürfte sich die Lage wegen der Krise weiter verschlechtern.

Hohe Arbeitslosigkeit bremst die Konjunktur. Wenn Menschen weniger Geld verdienen, können sie weniger kaufen, wodurch der private Konsum - eine wesentliche Stütze des Wirtschaftswachstums - einbricht.

Entspannter ist dagegen die Lage in Deutschland, das mit 5,4 Prozent eine der niedrigsten Quoten im Euroraum verzeichnet. Besser stehen nur Österreich (4,3 Prozent) und Luxemburg (5,1 Prozent) da. Da die EU-Statistiker die Arbeitslosenquote nach anderen Kriterien berechnen als die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA), weichen die Angaben der EU von den nationalen Werten ab. Auch in der EU als Ganzes kletterten im Oktober die Arbeitslosenzahlen weiter. In den 27 EU-Ländern waren 25,9 Millionen Menschen ohne Job, das entsprach einer Quote von 10,7 Prozent (Vormonat: 10,6 Prozent).

dpa

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