Euro-Leitzinsen bleiben auf Rekordtief

Frankfurt - Trotz steigender Verbraucherpreise bleibt der Leitzins in der Eurozone auf seinem Rekordtief von 1,0 Prozent. Die Währungshüter wollen die Wirtschaft der EU-Länder stützen.

Das teilte die Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nach einer Ratssitzung in Frankfurt am Main mit. Damit entschieden sich die Währungshüter, das Wirtschaftswachstum in den 17 Euroländern weiter mit niedrigen Zinsen zu stützen. Zugleich bewerteten sie die Inflationsgefahr als nicht groß genug, um mit steigenden Zinsen dagegen zu halten. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, die Inflation werde zwar vermutlich die meiste Zeit des Jahres über zwei Prozent liegen. Gegen Ende des Jahres werde sie aber vermutlich nachlassen.

Der Anstieg der Teuerung in der Eurozone auf 2,4 Prozent im Januar ist für die EZB demnach kein Grund für einen Zinsschritt, sondern lediglich für erhöhte Wachsamkeit. Die Entscheidung der Währungshüter sei einstimmig gefallen. Die Inflation werde vor allem von der drastischen Steigerung der Rohstoffpreise nach oben getrieben, sagte Trichet weiter. Das Ziel der Preisstabilität, das die EZB bei einer Inflation von mittelfristig “unter, aber nahe an zwei Prozent“ sieht, sei noch nicht gefährdet. Eine Neubewertung schloss Trichet allerdings nicht aus. Der EZB-Chef gebrauchte ähnliche Formulierungen wie nach der Ratssitzung im Januar - ein Zeichen dafür, dass sich die Einschätzung der Zentralbank kaum verändert hat.

Trichet fordert Euroländer zum Sparen auf

Trichet forderte von den Staaten in der Eurozone, ihre Pläne zur Sanierung der Haushalte 2011 in die Tat umzusetzen. Falls nötig, müssten die Anstrengungen noch verstärkt werden. Dies sei wichtig, um Vertrauen zu schaffen. Der niedrige Leitzins könne dann sein Übriges tun, um ein tragfähiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Der private Konsum werde das Wachstum zunehmend stützen.

Demnach wird die Eurozone auch vom weltweiten Aufschwung profitieren. Auf Nachfrage sagte Trichet, dass die EZB weiterhin Staatsanleihen aufkauft. Mit diesem Programm stützt die Zentralbank insbesondere angeschlagene Eurostaaten, außerdem pumpt sie zusätzliches Geld in den Wirtschaftskreislauf, das den Aufschwung stärken soll. Zuletzt hatte die Notenbank ihren Leitzins im Mai 2009 um 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,0 Prozent gesenkt.

dapd

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