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China-Knall: Evergrande vor dem Abgrund - Schulden nicht mehr bezahlt - große Folgen drohen

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Von: Thomas Schmidtutz

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Evergrande Projekt in Huaian in der ost-chinesischen Provinz Jiangsu: Dem chinesischen Immobiliengiganten droht die Pleite.
Evergrande Projekt in Huaian in der ost-chinesischen Provinz Jiangsu: Dem chinesischen Immobiliengiganten droht die Pleite. © Imago

Der chinesische Immobilien-Gigant Evergrande steht am Abgrund. Sollte das Unternehmen pleitegehen, hätte das fatale Folgen - auch für die deutschen Börsen.

München - Die Krise auf dem chinesischen Immobiliensektor spitzt sich weiter zu. Den beiden Immobilien-Entwicklern Evergrande und Kaisa droht der Zusammenbruch. Erst am Donnerstag warnte die Ratingagentur Fitch ihre Kunden vor einem möglichen Zahlungsausfall für beide Unternehmen und setzte ihre Einstufung auf „Restricted Default“. Das ist die letzte Stufe vor dem Zahlungsausfall.

Der zweit-größte chinesische Immobilien-Konzern Evergrande* ist mit dem Bau und den Verkauf von Wohnungen im mittleren und höheren Preissegment groß geworden. Anders als etwa in Deutschland werden Immobilien in China* üblicherweise gegen Vorkasse verkauft - und dann erst gebaut. In den vergangenen Jahren drang der Immoriese zudem in zahlreiche weitere Sektoren vor wie etwa das Geschäft mit Mineralwasser, Baby-Nahrung oder E-Autos.

Nun steht dem Konglomerat das Wasser bis zum Hals. Bereits am Montag konnte Evergrande fällige Zinszahlungen von 1,2 Milliarden Dollar nicht bedienen. Insgesamt steht der Konzern umgerechnet mit rund 300 Milliarden Dollar in der Kreide. Davon entfallen alleine 19 Milliarden Dollar auf ausländische Gläubiger. Kaisa hat alleine im Ausland rund zwölf Milliarden Dollar Schulden. Doch Gläubiger müssen die wohl abschreiben. 

Angst vor Evergrande-Pleite: Es droht ein Domino-Effekt

Erst am Mittwoch sorgten Berichte für Nervosität, wonach das Unternehmen eine Frist zur Begleichung von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 400 Millionen Dollar nicht einhalten konnte. Angesichts dessen setzte die Hongkonger Börse den Handel mit der Kaisa-Aktie aus.

Neben Evergrande und Kaisa könnten nun auch andere Entwickler unter Druck geraten. Viele Beobachter fragen sich, wie werthaltig die Immobilien-Projekte der Unternehmen tatsächlich sind und fürchten einen Dominoeffekt, der auch auf andere Wirtschaftsbereiche übergreifen könnte. Zugleich wächst die Sorge, dass ein möglicher Zusammenbruch des chinesischen Immobilien-Marktes die Börsen weltweit auf Talfahrt schicken könnte. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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