Ex-BayernLB-Chef bedauert HGAA-Kauf

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Ex-BayernLB-Chef Michael Kemmer

München - Der frühere BayernLB-Chef Michael Kemmer hat den milliardenschweren Fehlkauf der maroden österreichischen Bank Hypo Alpe Adria von 2007 bedauert und Fehler eingeräumt.

“Es war eine unternehmerische Fehlentscheidung, die ich mit zu verantworten habe. Das bedaure ich natürlich, und das bedrückt mich“, sagte Kemmer der “Welt am Sonntag“. Über seine eigene Rolle sagte Kemmer: “Ich war damals als Finanzvorstand einer von acht Vorständen und habe sorgfältig das abgearbeitet, was in meinen Bereich fiel. Dafür übernehme ich auch die Verantwortung.“

Kemmer wehrte sich aber gegen Kritiker, die ihm eine Hauptschuld an dem Debakel geben - den Freistaat kostete das Abenteuer mehr als 3,7 Milliarden Euro. Es sei der “erklärte Wille aller Beteiligten“ gewesen, die Bank zu kaufen, sagte Kemmer. Heute ist er Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Dass nun er im Rampenlicht stehe, führte er auf seine neue Aufgabe zurück.

Zudem wies Kemmer Vorwürfe zurück, dass er im Vorfeld der Übernahme eine Präsentation für den Verwaltungsrat verändert habe, um mehr Spielraum beim Kaufgebot für die Hypo Alpe Adria zu bekommen. Der Vorwurf der Manipulation eines Gutachtens sei “absurd“. “Das ist aus den Unterlagen klar ersichtlich“, betonte Kemmer.

Dass die BayernLB nun Schadenersatz von ihren früheren Verwaltungsräten und Vorständen fordert, auch von ihm selbst, kommentierte Kemmer nicht. “Einer juristischen Einordnung enthalte ich mich. Ich habe meine Gesprächsbereitschaft erklärt.“

dpa

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