“Vorwürfe nicht haltbar“ - Generalstaatsanwalt informiert Landtag

Ex-BayernLB-Chef Schmidt bestreitet Untreue

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Der frühere BayernLB-Chef Schmidt bestreitet den Vorwurf der Untreue.

München - Der ehemalige Vorstandschef der BayernLB, Werner Schmidt, hat den Verdacht der Untreue zurückgewiesen. “Die Vorwürfe sind fachlich und sachlich nicht haltbar“, so Schmidt.

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Staatsanwaltschaft durchsucht BayernLB

Der Münchner Generalstaatsanwalt Christoph Strötz will am Donnerstagnachmittag die BayernLB-Kontrollkommission des Landtags über die Ermittlungen informieren.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den 2008 abgelösten Vorstandschef, bei der Übernahme der österreichischen Bank HypoGroup Alpe-Adria im Mai 2007 wissentlich einen überhöhten Kaufpreis bezahlt zu haben. Die BayernLB hatte damals für 67 Prozent der Anteile 1,6 Milliarden Euro bezahlt und von einem großen Schritt in das boomende Osteuropa-Geschäft gesprochen.

Der damalige bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser sagte der “Süddeutschen Zeitung“, er halte diese Übernahme “auch heute noch für richtig“.

Grünen-Abgeordneter vermutet persönliche Bereicherung

Dagegen wiederholte der Grünen-Abgeordnete Eike Hallitzky seine Vermutung, Schmidt habe sich “womöglich bereichert“. Schmidt und der Fondsmanager und HypoGroup-Alpe-Adria-Großaktionär Tilo Berlin seien Freunde gewesen.

Berlins Fonds habe mit dem Verkauf der Anteile an die BayernLB in nur einem halben Jahr 145 Millionen Euro Gewinn gemacht und sei dann Vorstandschef der neuen BayernLB-Tochter geworden. Wenn es da einen Zusammenhang gebe, wäre das ein Skandal, sagte Hallitzky dem Bayerischen Rundfunk.

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Schmid wies den Vorwurf der persönlichen Bereicherung ebenfalls strikt zurück. Er ist laut Staatsanwaltschaft bisher der einzige Beschuldigte. Die Ermittler hatten am Mittwoch Schmidts Privatwohnung ebenso durchsuchen lassen wie die Zentralen der BayernLB in München und der HypoGroup Alpe-Adria in Klagenfurt.

Die in Schieflage geratene Landesbank machte im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,2 Milliarden Euro und musste mit einer 10-Milliarden-Euro-Finanzspritze des Freistaats gerettet werden. Auch für 2009 schließt die Bank rote Zahlen nicht aus. Ihrer Tochter HGAA musste sie 2008 mit einer Finanzspritze in Höhe von 700 Millionen Euro unter die Arme greifen, weitere Hilfen schoss Österreich dazu.

AP

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