Ex-Manager bei Henkel gesteht Millionenbetrug

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Der Angeklagte Kai von B. vor dem Düsseldorfer Landgericht

Düsseldorf - Im Prozess um den spektakulären Millionenbetrug beim Waschmittelhersteller Henkel hat der Ex-PR-Manager gestanden: Er habe gegen Luxussportwägen und einen Job für Freundin betrogen.

Geständnis im Prozess um den spektakulären Millionenbetrug beim Waschmittelkonzern Henkel: Der mitangeklagte frühere PR-Manager des Konzerns, Kai von B., gab am Montag vor dem Landgericht Düsseldorf zu, gemeinsam mit zwei Komplizen Forderungen gegen das DAX-Unternehmen in Höhe von knapp 45 Millionen Euro erfunden und verkauft zu haben. Laut Staatsanwaltschaft entstand dadurch ein Schaden von rund 15 Millionen Euro.

Als Hauptdrahtzieher des Betrugs beschuldigte Kai von B. den inzwischen verstorbenen Willy L., über dessen Firma der Verkauf der fingierten Forderungen abgewickelt worden sei. Von seinem Dienst-Fax bei Henkel aus habe er selbst potenziellen Käufern die Berechtigung der Scheinforderungen bestätigt. L. habe ihn im November 2007 zu einem ersten Betrug überredet. Dabei habe dieser ausgenützt, dass der PR-Manager durch hohe Raten für ein Eigenheim und eine Steuernachzahlung in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei.

Danach habe er L. immer wieder beschworen, die Gaunereien zu beenden. Doch dieser habe ihn erpresst und bedroht, weiterzumachen und immer höhere Forderungen zu erfinden, sagte von B. aus.

Von B. gab zu, L. habe ihm Luxusportwagen zur Verfügung gestellt, ihn mit Bargeld versorgt und seiner Freundin eine Anstellung als Sekretärin verschafft. Außerdem habe er von den Deals 200.000 Euro erhalten. Laut Anklage soll der PR-Mann gut 800.000 Euro erhalten haben und Thomas H. über eine Million Euro, während der Löwenanteil der Beute an Willy L. ging.

Zugleich beschuldigte der 43-jährige PR-Manager den verstorbenen Willy L., einen Sponsoringvertrag über 90 Millionen Euro mit dem Mercedes-Formel-1-Rennstall Brawn GP eingefädelt zu haben, für den Betrüger eine Henkel-Bürgschaft gefälscht haben sollen. Kai von B. sei sich bewusst, “erhebliche Fehler“ gemacht und den Namen Henkels missbraucht zu haben, hieß es in einer Erklärung seiner Anwälte. Er bedauere das zutiefst.

Die höchsten Manager-Abfindungen

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Auf den Vorwurf der Urkundenfälschung will Kai von B. nach Angaben der Verteidigung bei den nächsten Prozessterminen eingehen. Auch der mitangeklagte Thomas H. kündigte eine Einlassung an. Beide Angeklagte können mit einer vergleichsweise milden Strafe rechnen. Im Anschluss an ein Gespräch der Parteien schlug das Gericht am Montag vor, im Falle eines glaubwürdigen Geständnisses Kai von B. zu einer Gefängnisstrafe zwischen vier und viereinhalb Jahren und Thomas H. zu einer Gefängnisstrafe zwischen fünfeinhalb und sechs Jahren zu verurteilen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft nahmen den Vorschlag an. Der Prozess sollte am (morgigen) Dienstag fortgesetzt werden.

apn

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