Wer mit Facebook jetzt richtig Reibach macht

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Mark Zuckerberg will nach eigenen Angaben keinen Gewinn mit seinem Unternehmen machen. 

München - Es wird der größte Internet-Börsengang aller Zeiten: Facebook geht an die Wall Street! Doch wer - neben Gründer Mark Zuckerberg - profitiert eigentlich finanziell davon? Hier gibt's eine Übersicht:

Das soziale Netzwerk umfasst mittlerweile mehr als 845 Millionen Mitglieder - sie sind das Kapital des von Mark Zuckerberg gegründeten Unternehmens. Und werden schon lange zur baren Münze für den erst 27-jährigen US-Amerikaner.

Mit dem Schritt an die Börse könnte Zuckerberg in kürzester Zeit zu einem der reichsten Männer der Erde werden. Er hält knapp 543 Millionen Aktien an dem von ihm gegründeten Unternehmen - das entspricht einem Anteil von 28 Prozent. Das Unternehmen wird mit zirka 100 Milliarden US-Dollar (74,6 Milliarden Euro) bewertet, Zuckerberg rückt damit laut der Aufstellung der US-Zeitschrift Forbes zum viertreichsten Amerikaner hinter Microsoft-Gründer Bill Gates, Investor Warren Buffet und Oracle-Chef Larry Ellison auf.

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg: © dpa
Februar 2004: Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. © dapd
März 2004: Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet. © dpa
September 2004: Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu. © 
Dezember 2004: Facebook hat rund eine Million Nutzer. © dpa
Mai 2005: Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet. © dapd
Dezember 2005: Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer. © dpa
September 2006: Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle. © dpa
Oktober 2007: Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent - die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar. © dpa
November 2007: Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst “Beacon“, der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk. © dpa
Februar 2008: Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr. © apd
März 2008: Die deutsche Facebook-Version startet. © dpa
August 2008: Facebook hat 100 Millionen Nutzer. © dpa
Februar 2009: Facebook führt den “Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden “Likes“ und Kommentare. © dapd
Mai 2009: Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar. © dpa
Juli 2010: Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer. © dpa
Januar 2011: Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook. © dpa
September 2011: Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den “Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz. © dpa
Dezember 2011: Facebook hat 845 Millionen Nutzer aktive Nutzer. Das Unternehmen verdiente 2011 eine Milliarde Dollar bei 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. Als neue Art der Darstellung von Nutzerprofilen wird die Chronik (oder Timeline) eingeführt. © dapd
Februar 2012: Facebook beantragt einen 5 Milliarden Dollar schweren Börsengang. Bewertung und angestrebter Aktienpreis sind noch offen. © 

Doch neben Zuckerberg profitieren noch andere vom Börsengang - Mitgründer und Geldgeber, die schon früh den Einstieg bei dem sozialen Netzwerk schafften und in der Liste der wichtigsten Aktionäre auftauchen, die Facebook auf dem Weg zur Börse an der Wall Street einreichen musste (Quelle: Vorarlberg online).

Jim Breyer istChef der Risikokapitalfirma Accel Partners und besitzt rund elf Prozent der Anteile an Facebook, was einem Gegenwert von zirka 11,4 Milliarden Dollar entspricht. Für den Einstieg im Jahr 2005 bezahlte Accel damals 12,7 Millionen Dollar - eine Investition, die sich mehr als gelohnt hat.

DST GLobal, eine russische Gesellschaft, hält sieben Prozent der Anteile, genausoviel wie Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz. Ein weiterer Mann der ersten Stunde, Eduardo Saverin, verfügte früher über geschätzte fünf Prozent der Anteile, soll diese aber zu einem Großteil verkauft haben.

Die Investmentbank Goldman Sachs besitzt 3,5 Prozent der Aktien, der deutsche Investor Peter Thiel hält zirka zwei Prozent, das Unternehmen T. Rowe Price ist mit einem Prozent dabei. Die Rendite hängt dabei vom jeweiligen Einstiegsjahr ab. Thiel war etwa schon 2004 dabei und streicht für die damals investierten 500.000 Dollar eine satten Gewinn ein.

Marc Andreesen und seine Kapitalgesellschaft Andreesen Horowitz verfügen über weniger als ein Prozent.

Edward Zuckerberg , Vater von Mark, unterstützte in den Anfangsjahren Facebook finanziell und darf sich als Dankeschön über zwei Millionen Aktien freuen. Auch Verwandte von einflussreichen Managern des Unternehmens wurden offenbar großzügig mit Anteilen versorgt.

Zu guter Letzt profitieren natürlich auch die rund 3.200 Facebook-Angestellten im Silicon Valley, ein Teil ihrer Gehälter wird mit Aktien ausgezahlt.

dh

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