Fachkräftemangel zeigt sich wieder

Nürnberg - Die Firmen im Deutschland suchen immer intensiver nach Mitarbeitern. Die Nachfrage hat im August weiter angezogen.

Die Firmen im Deutschland suchen immer intensiver nach Mitarbeitern. Die Nachfrage hat im August weiter angezogen. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) legte im Vergleich zum Vormonat zwei auf 143 Punkte zu, wie die Behörde am Montag in Nürnberg mitteilte. Er liegt damit um 35 Punkte über dem Vorjahresstand und setzt seinen seit Oktober 2009 ununterbrochenen Wachstumskurs fort.

Die Arbeitskräftenachfrage habe sich vom krisenbedingten Einbruch erholt, erklärte die BA. Die Betriebe signalisierten wieder deutlichen Einstellungsbedarf. Vor allem die flexible Nachfrage durch die Zeitarbeit habe zu dieser schnellen Erholung beigetragen. Gut jede dritte gemeldete Stelle am ersten Arbeitsmarkt komme derzeit aus dieser Branche.

Probleme, hochqualifizierte Kräfte zu finden

Darüber hinaus gebe es aber auch Zuwächse im Einzelhandel, der Gastronomie, im Bausektor sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Teilweise zeigten sich auch bereits wieder Probleme, ausreichend hoch qualifizierte Fachkräfte zu finden. Der BA-X ist der aktuellste Stellenindex in Deutschland und beruht auf konkreten Stellengesuchen der Unternehmen. Er signalisiert die Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Seinen bislang höchsten Wert erreichte er im April 2007 mit 166 Punkten. Der Tiefstand datiert auf Oktober und November 2004 mit jeweils 97 Zählern.

Uneinheitliche Entwicklung im August prognostiziert

Von der DAPD befragte Volkswirte sind für August uneins über die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Während Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Vergleich zum Vormonat mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl um 10.000 rechnet, erwartet

Eckhard Tuchtfeld von der Commerzbank einen Rückgang um 6.000. Schäfer geht davon aus, dass der Einstellungsstopp aufgrund der Werksferien in einigen Bundesländern auch im August noch angehalten hat und sich zudem weiterhin Schulabgänger bis zur Aufnahme eines Studiums, Jobs oder einer Berufsausbildung arbeitssuchend gemeldet haben. Dies führe im Sommer immer zu einer “kleinen Flaute“.

"Auf gutem Weg"

“Wir sind aber nach wie vor auf einem guten Weg“, betonte er. Die Herbstbelebung komme ganz sicher und könne die Arbeitslosigkeit im Oktober/November auf unter drei Millionen drücken. Ökonom Tuchtfeld sieht dagegen bereits im August Vorboten der Herbstbelebung. Der Rückgang um 6.000 sei mit dem Ende der Ferien in den meisten Bundesländern zu erklären. Die genauen August-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am (morgigen) Dienstag (10.00 Uhr) in Nürnberg bekannt. Im Juli war die Zahl der Menschen ohne Job um 39.000 auf 3,192 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent erhöht.

ap

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