Familie versichern: So schützen Sie Ihre Liebsten

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Ihre Familie zu versichern gehört zu den wichtigsten Aufgaben, wenn Sie eine Familie gründen. Hier lesen Sie, welchen Policen Sie brauchen und welche nicht.

Gründen Sie eine Familie, ändert sich durch die neue Lebenssituation auch der Absicherungs- und Vorsorgebedarf. Doch welche Versicherungen sind nötig, welche nicht? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihre Familie versichern und welche Policen überflüssig sind.

Familie versichern: Haftpflicht ist das A und O

Sobald das erste Kind auf der Welt ist, gehört der richtige Versicherungsschutz zu den wichtigsten Entscheidungen, die Sie als Familie treffen. Die Grundregel: Versichern Sie Ihre Familie zunächst gegen existenzbedrohende Risiken, bevor Sie an Altersvorsorge oder Vermögensaufbau denken.

Dringend notwendig ist dazu eine Haftpflichtversicherung. Diese schützt Sie nicht nur, wenn Sie einen Sachschaden bei Fremden verursachen. Sie hilft Ihnen vor allem dann, wenn Sie oder Ihr Kind einen anderen Menschen durch unachtsames Verhalten schwer verletzen. Nehmen Sie an, Ihr Nachwuchs tritt beim Fußball spielen den Ball versehentlich in ein Fenster. Dieses zerspringt und die Scherben verletzen einen Passanten in der Nähe. Ohne Versicherungsschutz drohen Ihnen hohe Forderungen nach Schadensersatz – und damit eine finanzielle Notlage.

Je nach Anbieter versichern Sie Ihre Familie inklusive Nachwuchs bereits für weniger als 100 Euro im Monat. Achten Sie darauf, dass die Deckungssumme nicht weniger als 10 Millionen Euro beträgt und die Versicherung auch Schäden durch „nicht deliktfähige Kinder“ abdeckt. Andernfalls zahlt die Versicherung bei einem durch Ihren Nachwuchs versursachten Schaden nur, wenn Ihr Kind bereits sieben Jahre alt ist.

Schutz bei Berufsunfähigkeit und im Todesfall

Laut Studien kann jeder vierte Deutsche seinen Beruf vor Rentenbeginn nicht mehr ausüben, da er erkrankt. Dieses Risiko ist vielen Arbeitnehmern allerdings nicht bewusst. Fehlt das Einkommen eines Elternteils, da dieser nicht mehr arbeiten kann, fällt die Familie in ein finanzielles Loch. Dann springt die Berufsunfähigkeitsversicherung in die Bresche und Sie erhalten eine monatliche Rente

Entscheiden Sie sich daher in möglichst jungen Jahren für eine entsprechende Police. So fallen geringere Beiträge an. Arbeitet auch Ihr Partner, schließen Sie idealerweise beide eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Halten Sie sich bei der Höhe der Leistungen an diese Faustregel: Die monatliche Rentenzahlung sollte 75 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens betragen. Ganz klar: Je höher die Rente ausfällt, die Sie festlegen, desto mehr Geld bezahlen Sie für die Beiträge. Achten Sie auf eine Dynamik in der Police, die garantiert, dass Ihre Prämien und damit auch Ihre Rentenansprüche während der Laufzeit automatisch steigen

Wenn Sie Ihre Familie versichern, sollten Sie für den schlimmsten Fall gewappnet sein. Stirbt der Haupternährer, brauchen Sie ein finanzielles Polster für Ihre Liebsten. Eine Risikolebensversicherung, die Sie zum Beispiel bei einem Direktversicherer abschließen, sichert die Hinterbliebenen ab. Sie hilft Ihnen vor allem dann, wenn die Familie hohe Kredite bedienen muss – zum Beispiel für Ihr Eigenheim.

Familie versichern: Diese Policen können Sie sich sparen 

Viele Versicherer bieten spezielle Policen für Kinder an – etwa Fonds-basierte Ausbildungs- und Rentenversicherungen. Gerne schnüren sie auch Rundumpakete, die mehrere Policen umfassen. Sie bringen allerdings kaum zusätzlichen Schutz und belasten durch hohe Beiträge die Familienkasse. Prüfen Sie entsprechende Angebote daher genau. Zahnzusatz- oder Zahnspangenversicherungen etwa beinhalten kaum mehr Leistungen als Behandlungen, die ohnehin Ihre Krankenkasse übernimmt.

Wollen Sie Ihre Familie dennoch zusätzlich versichern, denken Sie über eine Kinderinvaliditätsversicherung nach. Diese trägt die Behandlungskosten, falls Ihr Nachwuchs durch Krankheit oder Unfall eine bleibende Behinderung davonträgt. Eine Krankenzusatzversicherung garantiert Ihnen ein Einzelzimmer im Krankenhaus und kommt für spezielle Behandlungen auf.

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