Fiat darf bei Chrysler einsteigen

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Fiat darf Chrysler kaufen, das entschied der Supreme Court. Die Verzögerungstaktik der Gläubiger ist damit erfolglos.

Washington - Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Weg für den geplanten Verkauf des Autobauers Chrysler an den italienischen Fiat-Konzern frei gemacht.

Der Oberste Gerichtshof der USA wies am Dienstag (Ortszeit) einen Antrag zurück, mit denen mehrere Kläger das Geschäft in letzter Minute noch zum Platzen bringen wollten. Die US-Regierung äußerte sich zufrieden über die Entscheidung. “Die Allianz Chrysler-Fiat kann nun weitergehen“, erklärte das Weiße Haus. Sie erlaube es, dass Chrysler aus der Krise als “konkurrenz- und lebensfähiger Autobauer“ hervorgehe.

Der Supreme Court veröffentlichte am Dienstag eine kurze Erläuterung der Entscheidung. Darin hieß es, um einen Aufschub zu erreichen, hätten die Kläger mindestens vier der neun Richter auf ihre Seite bringen müssen. Das sei nicht geschehen. Damit steht dem geplanten Verkauf von Chrysler nichts mehr im Weg, der von einem US-Berufungsgericht in New York bereits genehmigt worden war. Die Italiener hätten das Geschäft abbrechen können, wäre es nicht, wie ursprünglich geplant, bis zum kommenden Montag unter Dach und Fach gewesen. Diese Gefahr drohte aufgrund der von den Gegner verfolgten Verzögerungsstrategie.

Verzögerungstrategie der Gläubiger

Hätten die Mailänder von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machen, wäre Chrysler keine Alternative zur endgültigen Schließung geblieben. Gegen den Verkauf hatten zwei Pensionsfonds für Polizisten und Lehrer im US-Staat Indiana sowie ein staatlicher Bauprojektfonds geklagt. Die Investoren sehen sich schlechter gestellt als andere Gläubiger von Chrysler. Sie zweifelten zudem daran, dass die Staatshilfen für Chrysler verfassungskonform zustandegekommen seien.

Der Finanzdirektor von Indiana, Richard Murdock, äußerte sich enttäuscht über das Urteil des Supreme Court. Er sei weiter der Ansicht, dass die US-Regierung sich “unerhört“ verhalten habe, sagte Murdock. Auch Verbrauchergruppen und mehrere Einzelpersonen hatten Eilanträge gegen den Verkauf eingereicht. Sie wendeten sich gegen eine Bestimmung in der Vereinbarung mit Fiat, nach der das neue Unternehmen von anhängigen wie von zukünftigen Garantieansprüchen für vom bisherigen Chrysler-Konzern gebaute Autos freigestellt würde.

Schließung von fast 800 Autohäusern genehmigt

Unterdessen hat ein New Yorker Insolvenzgericht einen Plan des Chrysler-Managements genehmigt, ein Viertel der Chrysler-Autohäuser in den USA zu schließen. Richter Arthur Gonzalez erklärte am Dienstag, die Schließung von 789 der insgesamt 3.200 Geschäfte trete mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Der insolvente Autobauer hatte die Maßnahme Mitte Mai angekündigt und erklärt, das Netz der Verkaufsstellen sei veraltet, und es gebe zu viele Händler, die miteinander konkurrierten. Bei vielen von ihnen sei der Absatz zu niedrig. Rund 50 Prozent der Händler seien für 90 Prozent des Absatzes in den USA verantwortlich, hieß es.

AP

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