Finanznot bei Krankenkassen offenbar größer als vermutet

Berlin - Die Finanznot unter den 157 Krankenkassen ist offenbar größer als bislang angenommen. In einem internen Rating des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden 23 Kassen als "gefährdet" eingestuft.

Das berichtret das Nachrichtenmagazin "Focus". Darunter sind 20 Betriebskrankenkassen (BKK). 46 Versicherer erhalten demnach in einem sogenannten "Gefährdungsindex" des Verbandes die Warn-Bewertung "zu beobachten", darunter 30 BKKs.

Nur 54 Anbieter erhielten laut "Focus" das Testat "unbedenklich". 34 erreichten die Best-Wertung "leistungsfähig". Namen nennt die Analyse nicht. Das Finanzcontrolling des Verbandes erstellte das Rating auf Basis der Finanzergebnisse im vierten Quartal 2009 einschließlich Forderungen und Nachzahlungen aus dem Gesundheitsfonds, wie es weiter hieß.

Der GKV-Verband erklärte dem Magazin zufolge, das Bewertungsmodell befinde sich noch "im Aufbau". Es sollten damit Kassen "herausgefiltert werden, bei denen möglicherweise Anhaltspunkte für eine Gefährdung" vorlägen. In einem zweiten Schritt würden sie "einer ausführlichen Bewertung unterzogen". Bisher hatten die drei kleineren Kassen GBK Köln, BKK für Heilberufe sowie City BKK dem Bundesversicherungsamt eine mögliche Zahlungsunfähigkeit gemeldet.

Bei mehreren Pleitefällen droht dem deutschen Kassensystem ein Domino-Effekt: Die schwächelnden 69 Anbieter könnten durch Hilfszahlungen für Pleite-Kassen selber in die Knie gezwungen werden.

ap

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