Flughafen-Debakel: Wer ist schuld?

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Die Geschäftsführer Rainer Schwarz (r.) und Manfred Körtgen sollen befragt werden

Berlin/Schönefeld - Warten auf den Hauptstadtflughafen. Noch immer ist unklar, wann der Airport öffnet. Und das könnte auch noch eine Weile so bleiben. Derweil wird ein Schuldiger gesucht.

Nach der Berliner Flughafen-Blamage wollen die Eigentümer an diesem Mittwoch Klarheit schaffen. Vertreter der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes befragen die Geschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen. “Wir erwarten präzise Auskunft darüber, was schief gelaufen ist“, sagte der Berliner Senatssprecher Richard Meng am Dienstag. Dass Flughafen-Führungskräfte ihren Hut nehmen müssen, hatten Berlin und Brandenburg in den vergangenen Tagen nicht ausgeschlossen. Ob der Aufsichtsrat auch einen neuen Eröffnungstermin beschließt, ist offen.

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Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens war am vergangenen Dienstag knapp vier Wochen vor dem Termin am 3. Juni geplatzt. Als Grund nennt die Flughafengesellschaft Probleme beim Brandschutz. Der Bau liegt jedoch auch an vielen Stellen hinter dem Zeitplan, diese stuft die Flughafengesellschaft aber als nicht relevant für den Eröffnungstermin ein.

Die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD), sprechen nicht mehr von einer Inbetriebnahme im August - wie noch unmittelbar nach der Eröffnungsabsage am vergangenen Dienstag. Offizielle Festlegungen gibt es nicht. Die Spekulationen reichen inzwischen bis zum März 2013.

So lange wollen die Airlines aber nicht warten. “Davon halte ich überhaupt nichts“, sagte der Chef des größten Flughafennutzers Air Berlin, Hartmut Mehdorn, am Dienstag. “Wir brauchen den Flughafen so schnell wie möglich, Tegel reicht nicht mehr.“ Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will, dass der Airport Ende Oktober beim Wechsel vom Sommer- zum Winterflugplan in Betrieb geht.

Die Gremien tagen laut Flughafengesellschaft auf der Baustelle des Flughafens. Dort können sie sich ein Bild machen - sie entziehen sich auf dem abgesperrten Gelände aber auch kritischen Fragen am Rande der mehrstündigen Beratungen. Den Aufakt macht am Vormittag (1100) der Projektausschuss, ein Arbeitskreis des Aufsichtsrats mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) als Vorsitzendem.

Am Nachmittag (1530) tagt der Aufsichtsrat unter Vorsitz Wowereits. Das Kontrollorgan hat 15 Mitglieder, darunter Platzeck, Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und als Vertreter des Bundes Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU). Thema dürften auch die zusätzlichen Kosten durch die verschobene Eröffnung des 2,5-Milliarden-Euro-Baus sein. Die Betreiber gehen von 15 Millionen Euro pro Monat aus, aber Schadenersatzforderungen sind nicht eingerechnet.

Air Berlin will in den nächsten Tagen eine Summe nennen, kündigte Mehdorn an. “Wir gehen davon aus, dass der Flughafen zu dieser Panne steht und den Schaden reguliert.“ Es gebe Mehrkosten an vielen Stellen, wie etwa die Stornierung von Umzugsaufträgen, Transporte von Kerosin und Ersatzteilen von Schönefeld nach Tegel und Personalverstärkung für die Gepäckabfertigung am alten Flughafen.

dpa

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