Voting: Sollten die Fluglotsen streiken?

Frankfurt/Main - Nun sollen auch die Fluglotsen ihre Arbeit niederlegen, um den Druck auf den Flughafenbetreiber zu erhöhen. Ist diese Maßnahme gerechtfertigt? Stimmen Sie ab.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung betonte wiederum, sie wolle mit dem angekündigten Lotsenstreik nicht den Flugverkehr in ganz Deutschland lahmlegen. Das würde dem vom Bundesarbeitsgericht verlangten Grundsatz der Verhältnismäßigkeit widersprechen, so GdF-Sprecher Matthias Maas. Es würden am Mittwoch lediglich etwa zehn Lotsen im Frankfurter Tower zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, um den Forderungen der dort streikenden Vorfeldmitarbeiter Nachdruck zu verleihen. „Wir werden nicht ganz Deutschland bestreiken. Wir haben das auch gar nicht vor“, sagte Maas.

Bisher streiken in Frankfurt nur die knapp 200 Vorfeldmitarbeiter. Flughafenbetreiber Fraport sichert durch den Einsatz von Aushilfen die Abfertigung mehr als 80 Prozent der Flüge und lässt den Streik damit bislang weitgehend ins Leere laufen.

Ihre Ansprüche beim Fluglotsen-Streik

Für Reisende ist es eine Horrorvorstellung: Streik am Flughafen, nichts geht mehr. Der Start in den Urlaub verzögert sich - oder die Rückreise. Das sollten Sie jetzt wissen: © dpa
Infos zu Flugausfall oder -verspätung? Wer eine Pauschalreise gebucht hat, wendet sich an seinen Veranstalter. Für Passagiere, die nur ein Flugticket haben, ist die Airline der richtige Ansprechpartner. © dpa
Am Flughafen gestrandet: © dpa
Am Flughafen gestrandet: Veranstalter oder Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich sind. Passagiere erhalten Essen und Getränke, meist in Form von Gutscheinen. Außerdem dürfen sie kostenlos zweimal telefonieren, Faxe verschicken oder E-Mails schreiben. © dpa
Wenn der Flug sich auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung im Hotel bezahlen. Wie viele Nächte das sind, wird noch vor Gericht verhandelt. Zumindest zwei Übernachtungen sind aber gesichert. © dpa
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel? Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. © dpa
Urlauber sollten nicht aus Verärgerung einfach ein Zugticket buchen, um einen Anschlussflug zu erwischen. Denn dann sei es fraglich, ob die Fluggesellschaft das Zugticket erstattet. © dpa
Hab ich Anspruch auf Schadenersatz? Nein. Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter sind nicht dafür verantwortlich, wenn wegen eines Fluglotsenstreiks Flüge ausfallen. © dpa
Es handle sich um einen Fall höherer Gewalt. (wie auch bei einer Aschewolke) Denn die Fluglotsen seien weder bei einer Fluggesellschaft noch bei einem Veranstalter angestellt. Bei einem solchen “Drittstreik“ steht Urlaubern daher keine Entschädigung zu, wie sie eine EU-Verordnung zu Flugausfällen vorsieht. © dpa

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Gewerkschaft droht mit Solidarstreik der Fluglotsen

Streik: 200 Flüge am Frankfurter Flughafen annulliert

Eine Ausdehnung des Streiks hatte die GdF bereits am Montag angedroht. Jedes der 3.500 GdF-Mitglieder könne sich an einem Ausstand beteiligen, sagte Gewerkschaftssprecher Matthias Maas. Außerdem solle ein Streik der Vorfeldmitarbeiter in Frankfurt nicht mehr wie bisher 24 Stunden vorher angekündigt werden. Der bis Donnerstag geplante Ausstand auf dem Vorfeld könnte daher ohne vorherige Ankündigung fortgesetzt werden, sagte Maas.

Fraport nannte die Androhung von Solidarstreiks “maßlos überzogen“. Es könne nicht sein, dass ein zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindliches Unternehmen, das ein vom Staat garantiertes Monopol ausübe, in einen privatrechtlichen Tarifstreit hinein gezogen werde. Hier sei die Bundesrepublik gefordert.

dapd/dpa

 

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