Auch Politkerinnen wehren sich

Empörung über Kopftuch für Joggerinnen - Sportartikel-Kette macht Kehrtwende

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Gemeinsam in der Natur unterwegs: In Deutschland gibt es Millionen von Joggern.

Sportartikel-Hersteller denken sich immer neue Varianten an Kleidungsstücken aus. Nun ist ein Unternehmen aber offenbar einen Schritt zu weit gegangen. Es hagelt heftige Kritik.

Empörung über Kopftuch für Joggerinnen - Sportartikel-Kette macht Kehrtwende

Update vom 27.2.2019, 15.36 Uhr: Nach heftiger Kritik verzichtet der französische Sportartikelhersteller Decathlon auf den Verkauf seines Jogging-Kopftuchs für muslimische Frauen. Das Unternehmen habe eine "verantwortungsvolle" Entscheidung getroffen und nehme zunächst von der Vermarktung des sogenannten Hidschabs in Frankreich Abstand, sagte Decathlon-Sprecher Xavier Rivoire am Dienstagabend im Radiosender RTL. Wenige Stunden zuvor hatte er das umstrittene Jogging-Kopftuch noch verteidigt.

Bisher war das atmungsaktive Kopftuch in Schwarz und Weiß nur in Marokko erhältlich. In Kürze sollte der Hidschab weltweit verkauft werden, hatte Rivoir gegenüber der Nachrichtenagentur betont. "Wir stehen zu unserer Entscheidung, den Sport Frauen in aller Welt zugänglich zu machen." Es handele sich "fast schon um ein gesellschaftliches Engagement", da es auch Musliminnen das Joggen ermögliche.

Frankreich: Kopftuch von Sportartikel-Kette Decathlon sorgt für Aufruhr

Update von 15.36 Uhr: Nach der Kritik an der Werbung für das Renn-Hidschab geht das Sportartikel-Unternehmen Decathlon in die Offensive. In Kürze werde der sogenannte Hidschab weltweit verkauft, sagte Decathlon-Sprecher Xavier Rivoire der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Bisher war das atmungsaktive Kopftuch in Schwarz und Weiß nur in Marokko erhältlich.

"Wir stehen zu unserer Entscheidung, den Sport Frauen in aller Welt zugänglich zu machen", sagte der Decathlon-Sprecher weiter. Es handele sich "fast schon um ein gesellschaftliches Engagement", da es auch Musliminnen das Joggen ermögliche.

Erstmeldung: Renn-Hidschab sollte zunächst nur in Marokko verkauft werden - Kritik in Frankreich

Paris - Ein Kopftuch für Joggerinnen der Sportartikel-Kette Decathlon sorgt in Frankreich für Empörung. Der sogenannte Renn-Hidschab wurde auf der französischen Webseite des Unternehmens zum Kauf angeboten und löste heftige Reaktionen bis hin zu Boykott-Aufrufen aus. Der muslimische „Hidschab“ ist ein Kopftuch, das Haare und Hals bedeckt.

Zunächst erklärte das französische Unternehmen auf Twitter, dass die Kopfbedeckung nur in Marokko erhältlich sei. Dann hieß es, dass der „Hidschab“ bald auch in Frankreich verkauft werde, aber aus Versehen zu früh auf der Webseite veröffentlicht worden sei. „Seien Sie versichert, wir leugnen keinen unserer Werte. Wir haben immer alles getan, um den Sport überall auf der Welt zugänglicher zu machen. Dieser Hidschab war ein Bedürfnis einiger weiblicher Läuferinnen“, schrieb Decathlon am Montag und reagierte damit auf heftige Kritik.

Auch Politikerinnen äußern Kritik

Auch französische Politiker sprechen sich gegen das neue Produkt aus. „Der Sport ist emanzipiert. Er unterwirft sich nicht. Meine Wahl als Frau und als Bürgerin wird es sein, einer Marke, die mit unseren Werten bricht, nicht mehr zu vertrauen“, schrieb Aurore Bergé von der Regierungspartei La République en Marche auf Twitter. Gesundheitsministerin Agnès Buzyn erklärte, dass der Verkauf zwar legal sei, aber sie die Idee dahinter nicht teile. „Ich hätte es vorgezogen, wenn eine französische Marke nicht für den Schleier geworben hätte“, sagte sie dem französischen Sender RTL.

Der „Hidschab“ soll nun in den kommenden Wochen in Frankreich und auf Wunsch auch weltweit erhältlich sein - aber keinesfalls das Gesicht bedecken, so Decathlon. In Frankreich ist Vollverschleierung verboten. Vor gut zwei Jahren löste das Verbot der muslimischen Badebekleidung Burkini an einigen französischen Strände eine heftige Debatte aus. Decathlon ist nicht der einzige Sporthersteller, der Kopfbedeckungen für muslimische Athletinnen verkauft. Auch die US-amerikanische Firma Nike zum Beispiel entwickelte eine solche Kopfbedeckung.

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dpa, afp

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