Fußball-WM - "Big Deal" für deutsche Wirtschaft

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Die Fußball-Weltmeisterschaft lässt auch in der deutschen Wirtschaft die Kassen klingeln.

Johannesburg - Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika lässt nicht nur die Herzen der Fans höher schlagen. Auch die deutsche Wirtschaft profitiert von dem Sportereignis des Jahres.

Der Countdown für den Anstoß läuft. In zwei Monaten wird im Soccer City-Stadion von Johannesburg angepfiffen. Am 11. Juni tritt der Gastgeber mit seinem Team “Bafana Bafana“ gegen Mexiko an. Vom steigenden Fußballfieber am Kap konnte sich auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) überzeugen, der seit Freitag in Südafrika Station macht.

So wertvoll sind die 32 WM-Teilnehmer

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Das Mega-Ereignis lässt auch viele deutsche Unternehmer jubeln. Dicke Aufträge sorgen für zufriedene Gesichter. Von einem “Big Deal“ für die deutsche Wirtschaft spricht Heiko Schwiderowski, Afrika- Referatsleiter beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Insgesamt drei Milliarden Euro hat Südafrika nach seinen Angaben direkt für den WM-Spaß locker gemacht. Weitere 20 Milliarden Euro fließen in flankierende Investitionen. Vom Kuchen schneiden sich deutsche Firmen ein großes Stück ab. Auf 1,5 Milliarden Euro beziffert der DIHK-Experte ihr Auftragsvolumen rund um die WM. Damit würden 15 000 Arbeitsplätze bei deutschen Firmen gesichert. Über Konsortien seien zusätzlich viele der 700 vor Ort tätigen deutschen Firmen (geschätzter Jahresumsatz 20 Milliarden Euro) mit dabei.

Diese Belebung können die Wirtschaftsbeziehungen, die auch auf Westerwelles Gesprächsprogramm standen, durchaus vertragen. Laut Statistischem Bundesamt brach der gegenseitige Handel im Krisenjahr 2009 um 25 Prozent ein und umfasst nur noch 9,6 Milliarden Euro (5,9 Milliarden Exporte nach Südafrika, 3,7 Milliarden Importe). China hat Deutschland im letzten Jahr als wichtigsten Handelspartner der Kap- Republik abgelöst.

Fußball-WM: 22 Fakten zum Durchklicken

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Als Aushängeschild für das direkte deutsche WM-Engagement gelten die vom Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner konzipierten Stadionneubauten in Port Elizabeth, Kapstadt und Durban. Auch wichtige deutsche Zulieferer sind dabei. Der Spezialist Thiele Glas hat etwa 38 000 Quadratmeter emailliertes Verbundglas für das spektakuläre Dach der Green-Point-Arena in Kapstadt geliefert. Osram war bei der Lichttechnik für die Stadien führend beteiligt. Für den Transport der Fans bekamen MAN und Daimler den Zuschlag für rund 1000 neue Busse, ZF Friedrichshafen für die Ausrüstung von 700 weiteren Bussen mit umweltfreundlichem Antrieb.

Zum Zuge kamen auch kleine und mittelständische Unternehmen. Den größten Auftrag der Firmengeschichte zog Eschenbach Zeltbau aus Oberfranken an Land. Im Rahmen der WM werden 85 Zelte auf 90 000 Quadratmetern aufgebaut. Auch der Gastronomieausstatter BHS aus Selb spielt groß auf. Mehrere 100 000 Teile Porzellan, darunter die Premiummarke Tafelstern, wurden für die Verköstigung von Aktiven und Gästen nach Südafrika geliefert.

Zu den Projekten mit deutscher Beteiligung, die weit über die WM hinausreichen, gehört der Bau einer 80 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Johannesburg und Pretoria. Herrenknecht lieferte die Spezialbohrer und die Firma Paus die Untertage-Fahrzeuge. Hauptprofiteur im Bereich Ausbau der Energieversorgung ist Siemens mit einem Gesamtauftragsvolumen von einer Milliarde Euro. Dazu gehören der Bau von zwei neuen Kraftwerken in Kapstadt und Mossad Bay. Die Telekom-Tochter T-Systems stellt die komplette Informations- und Kommunikationstechnik für den Energieversorger Eskon und das Transportunternehmen Transnet bereit (Volumen deutlich im dreistelligen Millionenbereich).

Um ihre Sicherheit besorgte WM-Gäste mit dem nötigen Kleingeld können Luxus-Limousinen von BMW und Mercedes mit Spezialausrüstung anmieten, denen sogar ein Granaten-Volltreffer nichts anhaben soll. Auch für die deutsche Rüstungsbranche fielen WM-Gelder ab. Als Sicherheitsmaßnahme bestellte Südafrika bei Diehl in Nürnberg Luft- Luft-Lenkflugkörper vom Typ IRIS-T. Und um mögliche Anschläge von See her zu verhindern, sollen für die Dauer des Turniers drei Fregatten aus deutscher Produktion vor der Küste patrouillieren. Über den Ankauf dieser Schiffe im Rahmen eines Milliarden-Rüstungsgeschäfts laufen immer noch Untersuchungen, ob dabei Schmiergelder auch an südafrikanische Spitzenpolitiker geflossen sind.

dpa

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