Fußball-WM lässt Bierabsatz schäumen

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Die Fußball-WM half dem Absatz der deutschen Brauereien kräftig auf die Sprünge.

Düsseldorf - Die Brauereien haben eine lange Durststrecke hinter sich. In den ersten fünf Monaten 2010 sorgten der lange Winter und Regenwetter für schlechte Laune unter den Bierherstellern. Der Juni aber wurde mit Fußball-WM und Hitze ein Wonnemonat.

Otto Normalverbraucher hat es zur Fußball-WM krachenlassen. Für die Brauereien war jedes Spiel der Nationalmannschaft ein Absatzkick, jede Runde ein Volltreffer, wie Unternehmensvertreter schwärmen. Zur Euphorie über die erfrischende deutsche Spielweise kam Hitze - eine Traumkonstellation. Im Juni schoss der Gesamtabsatz der Braubranche im Handel und in der Gastronomie um fast 8 Prozent in die Höhe, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Die Gesamtbilanz des “Sommermärchens“ 2010 wird aber erst in den nächsten Wochen sichtbar sein, wenn auch die Zahlen für den Juli vorliegen. Für die Brauereien kamen die Zuwächse nach einer langen Durststrecke zur richtigen Zeit.

Das Lieblingsbier der Deutschen

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Allerdings wird die gute Stimmung von einem Preiskampf getrübt. Tiefstpreise bei Premiumbier von 8,88 Euro je Kasten hinterließen bei vielen Betrieben Bremsspuren, wie Verbandschef Günther Guder für den Getränkefachgroßhandel schildert. “Der Preis-Harakiri, den der Markt derzeit zeigt, ist ein bisschen wie ein Rennen der Lemminge. Einer läuft vorne weg - und viele laufen hinterher. Das ist weder für die Marken, noch die Branche, noch die Unternehmen oder deren Mitarbeiter gut“, sagt Albert Christmann, Chef des Marktführers Radeberger Gruppe.

Nach GfK-Daten wurde 2009 schon etwa jedes zweite Premiumpils zu einem Aktionspreis in Supermärkten und Getränkemärkten verkauft. 2003 war es erst jede vierte Flasche. Der durchschnittliche Preisnachlass gegenüber dem Normalpreis hat sich von 80 Cent auf 1,70 Euro je Bierkasten mehr als verdoppelt. Dieser Trend hielt zumindest in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres an, meint GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. “Bei Premiumbiermarken ist der Promotionanteil weiter gestiegen und auch der Preisabstand.“

Autofähnchen, Autospiegel-Überzüge, Treuepunkte für Trikots und Kickerspiele - die Brauereien umwarben Biertrinker wieder mit vielen Zugaben. Für besonders große Beachtung in der Branche sorgte eine befristete Zugabe-Aktion der Krombacher Brauerei, die beim Kauf von drei Kisten ein neuartiges Fünf-Liter-Fässchen gratis dazustellte. “Uns ist es gelungen, durch die WM-Aktion die Kühlschränke der Verbraucher zu füllen“, sagt ein Brauerei-Sprecher. Zugleich habe man damit das neue Fässchen in den Fokus der Kunden gerückt.

Aber auch andere Premiumbiermarken waren im Handel in Aktionen zu finden. Den Preiskampf der Premiumbiere bekommen zunehmend auch Biermarken in mittleren Preislagen zu spüren. “Natürlich leiden Marken im mittleren oder im Preiseinstiegssegment, wenn sogenannte nationale Premiumbiere, die über teure Fernsehwerbung aufgebaut wurden, plötzlich für 8 oder 9 Euro im Handel stehen“, meint Christmann.

Großereignisse wie die WM haben nach Einschätzung von Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Brauerei Veltins, durch neue Technik in den Haushalten eine neue Dimension. Das “Rudelgucken“ und feiern mit Freunden sei im Garten dank leichter Flachbildschirme kein Problem. Ob der deutsche Biermarkt im Gesamtjahr 2010 dank WM wachsen wird, ist nach Einschätzung mehrerer Brauereien offen. Im ersten Halbjahr nämlich sank der Absatz insgesamt um 0,7 Prozent auf rund 49 Millionen Hektoliter Bier.

dpa

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