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Gaspreisbremse schon ab Januar: Wen es entlastet, was Sie konkret sparen - und wer davon nicht profitiert

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Von: Patricia Huber

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Im nächsten Jahr sollen Gas-Verbraucher durch die Gaspreisbremse entlastet werden. Doch wie genau funktioniert sie und wie viel Geld können Verbraucher damit sparen? Ein Überblick.

Berlin – Mit der Gaspreisbremse sollen Verbraucher mit Gasheizungen entlastet werden. Denn die Preise für den Rohstoff sind seit Beginn des Ukraine-Krieges enorm gestiegen – und das kommt mittlerweile auch bei den Haushalten an. Viele fürchten daher extrem hohe Nebenkosten. Doch was genau hat es jetzt mit der Gaspreisbremse auf sich? Merkur.de klärt die wichtigsten Fragen.

Ab wann tritt die Gaspreisbremse in Kraft?

Offiziell kommt die Gaspreisbremse eigentlich erst im März. Doch jetzt wurde entschieden, dass es rückwirkend auch für Januar und Februar Entlastungen geben soll. Das war von vielen Seiten gefordert worden – zugleich hatten die Versorger jedoch betont, dass die Umstellung zum Jahreswechsel nicht zu schaffen sei. So kam es zu dieser Zwischenlösung. Die Gaspreisbremse gilt dann laut Gesetzentwurf bis Ende April 2024.

Wer wird durch die Gaspreisbremse entlastet?

Durch die Gaspreisbremse sollen Haushalte und kleinere Firmen mit einem Jahresverbrauch von unter 1,5 Millionen Kilowattstunden entlastet werden.

Wie funktioniert die Gaspreisbremse?

Die Haushalte und berechtigten Firmen sollen 80 Prozent ihres Gas-Vorjahresverbrauchs für zwölf Cent pro Kilowattstunde bekommen. Auch Fernwärmekunden sollen entlastet werden. Für sie gilt ein gedeckelter Bruttopreis von 9,5 Cent. Für den nicht gedeckelten Verbrauch werden die vertraglich vereinbarten Preise fällig – somit geht auch der Anreiz zum Sparen nicht verloren.

Durch die Preisbremse verringert sich bei Preisen oberhalb des Deckels automatisch der monatliche Abschlag. Die Differenz übernimmt der Staat. Aktuell liegt der durchschnittliche Gaspreis nach Berechnungen von Vergleichsportalen bei fast 18 Cent. Auf der Jahresabrechnung für 2023 wird zu sehen sein, wie hoch der Verbrauch tatsächlich war.

Wie viel sparen Verbraucher durch die Gaspreisbremse konkret?

Die folgende Tabelle mit Daten des Vergleichsportals Check24 zeigt, wie verschiedene Musterhaushalte mit unterschiedlich hohem Gasverbrauch durch die Gaspreisbremse entlastet werden. Die Zahlen beziehen sich dabei auf den Jahresverbrauch und somit auch auf die jährliche Entlastung.

Single-HaushaltZwei-Personen-HaushaltFamilie
Verbrauch:5000 kWh12.000 kWh20.000 kWh
Entlastung in Euro:264 Euro634 Euro1056 Euro

Wie wird die Entlastung durch die Gaspreisbremse an Mieter weitergegeben?

Das wird derzeit noch geklärt. Der Gesetzesentwurf befindet sich nämlich noch in der Ressortabstimmung. Inwieweit Vermieter die monatliche Abschlagszahlung unverzüglich anpassen müssen und welche Informationspflichten gelten, steht also noch nicht fest. Grundsätzlich sind sie aber dazu verpflichtet, die Entlastungen weiterzugeben.

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Werden auch Industriekunden durch die Gaspreisbremse entlastet?

Ja, auch Großverbraucher, etwa aus der Industrie, werden entlastet. Für sie gilt ein Garantiepreis von 7 Cent je Kilowattstunde, allerdings netto und nur für 70 Prozent der Verbrauchsmenge 2021. Bundesweit wird die „industrielle Gaspreisbremse“ den Angaben zufolge für etwa 25.000 Unternehmen und 1900 Krankenhäuser gelten. Die Preisbremse soll dabei auch für die stoffliche Nutzung des Gases gelten, etwa in der Chemieindustrie. Für Gaskraftwerke gilt die Regelung nicht.

Gilt die Gaspreisbremse auch für Flüssiggas-Kunden?

Nein. Die geplante Gaspreisbremse gilt nur für Erdgas, nicht für Flüssiggas, das mit Tankwagen zu Kunden gebracht wird.

Was kostet die Gaspreisbremse den Staat?

Allein für die Umsetzung der Preisbremse für Erdgas und Wärme fallen laut Gesetzentwurf 546 Milliarden Euro in den Jahren 2023 und 2024 an. Getragen werden sollen die Kosten vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds. (ph/AFP/dpa)

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