Expertenrat: Zweigleisig vorsorgen

Gebeutelte Lebensversicherer, enttäuschte Kunden

München - Die Deutschen entscheiden sich bei der Altersvorsorge neuerdings seltener für eine Lebensversicherung.

Das Neugeschäft mit regelmäßigen Beiträgen ging 2013 um 13,1 Prozent zurück, hieß es am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV). In Deutschland gibt es rund 95 Millionen Lebensversicherungen. Jährlich werden ca. sieben Millionen ausgezahlt.

Die Branche ächzt unter dem anhaltend niedrigen Leitzins bei ihren Anlagen und den hohen Zinsversprechen für ihre eigenen Produkte in der Vergangenheit. Nun werden Garantiezinsen für Neuverträge gesenkt, die Gewinnbeteiligung gekappt. Neue Gesetzespläne der Bundesregierung sorgen für weitere Unruhe.

Wer Risikoschutz und Geldanlage trennt, kann möglicherweise mehr fürs Alter rausholen als mit einer „meist teuren und unflexiblen“ Lebensversicherung, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Oft sei die Rendite vergleichsweise gering und der Versicherungsschutz nicht ausreichend. Zudem bestehe die Gefahr, dass gesetzliche Vorgaben geändert werden, wie es auch derzeit diskutiert wird.

„Vielen Kunden ist oft nicht einmal klar, dass nicht der gesamte eingezahlte Beitrag angespart wird, sondern ein Teil in den Todesfallschutz fließt“, erklärt die Expertin. Hinzu kämen Kosten, die je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedlich hoch ausfielen. Es könne passieren, dass man weniger ausbezahlt bekommt als man eingezahlt hat.

Boss empfiehlt eine Risikolebensversicherung als Todesfallschutz etwa für eine Familie als Alternative zur Kapitallebensversicherung. Gespart werden sollte ihrer Meinung nach besser mit reinen Anlageprodukten. „Wählen Sie lieber ein Tagesgeldkonto, eine Festgeldanlage oder einen Fonds.“ Das sei aufwendig, weil die guten Produkte selbst ausgesucht werden müssten. Am Ende könnte die Rendite aber wesentlich höher sein.

tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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