Geld abheben am Automaten wird günstiger

Berlin - Der Preis für das Geldabheben an fremden Automaten wird deutlich sinken. Laut einer Stichprobe gehen die bislang von Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangten Gebühren in der Spitze um bis zu 87 Prozent zurück.

Auch die Institute, die bislang 15 Euro und mehr pro Transaktion berechneten, verlangten künftig weniger als fünf Euro. Das geht aus einer Erhebung der Tageszeitung "Die Welt" hervor. Damit zeige der vom Bundeskartellamt erzeugte Druck auf die Automatenbetreiber Wirkung. Auch Verbraucherschützer und die Politik hatten die zum Teil hohen Abhebegebühren scharf kritisiert.

Ab dem 15. Januar erfährt der Kunde nicht erst auf seinem Kontoauszug, sondern direkt am Automaten die Höhe der Gebühren. Er kann dann selbst entscheiden, ob er zahlen will oder den Vorgang abbricht und zu einem anderen Automaten geht. Stimmt er zu, wird ihm der angezeigte Betrag direkt abgebucht. Das bisherige Verfahren, bei dem die Fremdbank von der Bank des Kunden ein Entgelt verlangt, entfällt. Bislang ist es der Bank des Kunden überlassen, wie viel sie davon an ihn weitergibt.

Verbraucher aufgepasst: Das ändert sich zum Jahreswechsel

KRANKENKASSE: Der Beitragssatz steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Versicherte zahlen 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent. Zusatzbeiträge zahlt das Mitglied direkt an die Krankenkasse. Über die Höhe entscheidet jede einzelne Krankenkasse selbst. © dpa
STROM: Die meisten Anbieter erhöhen zum Jahreswechsel ihre Preise. Die steigende Strompreis-Umlage für erneuerbare Energien ist dafür ausschlaggebend. © dpa
BANKAUTOMATEN: Wer Geld an fremden Bankenautomaten abhebt, kann ab dem 15. Januar 2011 vor der Auszahlung sehen, wie viele Gebühren dafür anfallen. Sind sie zu hoch, kann man den Vorgang abbrechen. Und zwar ohne dass Kosten anfallen. © dpa
AUTO: Ab 2011 müssen alle Neuwagen serienmäßig mit speziellen Tagfahrleuchten ausgestattet sein. Sie schalten sich in den Scheinwerfern automatisch beim Starten des Motors ein. Die gute Nachricht: Nachrüsten muss niemand. © dpa
BENZIN: An den Tankstellen gibt es ab Januar 2011 eine neue Benzinsorte mit dem Namen E-10. Diese enthält einen deutlich höheren Anteil an Bio-Ethanol. © dpa
FÜHRERSCHEIN: Jugendliche mit Führerschein dürfen ab 1. Januar ab 17 Jahren Pkw und Lkw bis 3,5 t sowie Pkw mit Anhänger fahren. Aber Achtung: Das Fahren ist bis zum 18. Geburtstag nur in Begleitung eines erwachsenen Führerscheininhabers erlaubt. Der Beifahrer muss mindestens 30 Jahre alt sein und eine Reihe weiterer Voraussetzungen erfüllen. © dpa
LOHNSTEUERKARTE: Bis 2012 soll die elektronische Lohnsteuerkarte die Lohnsteuerkarte aus Papier ablösen. Daher gilt - in der Übergangsphase - die Lohnsteuerkarte 2010 auch für 2011. © dpa
ARBEITSAGENTUR: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung erhöht sich ab Januar von 2,8 Prozent auf 3,0 Prozent. © dpa
FAMILIEN: Für 2,4 Millionen Kinder aus Familien mit geringem Einkommen soll es ein Bildungspaket geben. Über Gesetz verhandelt derzeit der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Das Elterngeld bleibt erhalten. © dpa
BUNDESWEHR: Zum 3. Januar 2011 werden junge Männer letztmalig zum Wehrdienst einberufen. Ab 1. März 2011 verzichtet das Verteidigungsministerium darauf. Der Wehrdienst ist dann freiwillig. Am 15. Dezember hat das Bundeskabinett beschlossen, die Einberufung zum Wehrdienst auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Die Wehrpflicht soll aber im Grundgesetz erhalten bleiben. Ab 1. Juli 2011 ist ein freiwilliger Wehrdienst für Männer und Frauen geplant. © dpa
HARTZ IV: Nach der Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze sollen alleinstehende Erwachsene im Monat 5 Euro mehr erhalten. Über das entsprechende Gesetz verhandelt jedoch noch der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Kinder und Jugendliche sollen durch ein Bildungspaket unterstützt werden © dpa
Sie brauchen für 2011 noch eine gute Geldanlage - oder Sie suchen einen günstigen Kredit? In unserem großen Service-Rechner können Sie vergleichen, was die Banken zu bieten haben: Hier geht's zum Rechner © dpa

In der Stichprobe der “Welt“ bei zehn Sparkassen und Genossenschaftsbanken liegen die neuen Preise alle zwischen zwei und fünf Euro. Die größten Abstriche in der Stichprobe macht demnach die VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Sie berechnet einem fremden Kunden künftig lediglich noch zwei Euro direkt, bislang fordert sie bis zu 15,50 Euro von seiner Bank. Das ist ein Rückgang in Höhe von 87 Prozent. Die zwei Euro orientieren sich an der einheitlichen Gebühr der privaten Banken, die ab dem 15. Januar von bankfremden Kunden 1,95 Euro verlangen werden.

dpa

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