Geld abheben für Fremdkunden bald günstiger

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Mitte Januar wird ein neues Entgeltsystem eingeführt

Hamburg/Berlin - Geld abheben am Bankautomaten wird für Fremdkunden im kommenden Jahr deutlich günstiger: Welche Gebühren die Verbraucher in Zukunft erwarten.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken senken mit der Einführung des neuen Entgeltsystems Mitte Januar ihre Gebühren um bis zu 87 Prozent, wie “Die Welt“ (Donnerstagausgabe) berichtete. Auch Institute, die bislang 15 Euro und mehr berechneten, verlangten künftig weniger als fünf Euro pro Transaktion. Der Druck von Bundeskartellamt, Politikern und Verbraucherschützern auf die Banken zeige damit Wirkung.

Bereits im Juli hatte das Bundeskartellamt den damals diskutierten Höchstbetrag von fünf Euro pro Transaktion als zu hoch bezeichnet. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte die Banken am Mittwoch erneut aufgefordert, nur Gebühren in einem “angemessenen Verhältnis zur erbrachten Leistung“ zu erheben.

Die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeschlossenen Spitzenverbände der Kreditwirtschaft hatten sich im August auf die Einführung eines direkten Kundenentgelt geeinigt und im Gegenzug auf Interbankenentgelte verzichtet. Dabei wird dem Kunden bereits vor dem Geldabheben am Automaten der Preis für die Transaktion angezeigt. Er kann dann selbst entscheiden, ob lieber zu einem anderen Automaten geht.

In der Stichprobe der “Welt“ bei zehn Sparkassen und Genossenschaftsbanken liegen die neuen Preise alle zwischen zwei und fünf Euro. Die größten Abstriche in der Stichprobe macht die VR-Bank Dinklage-Steinfeld. Sie berechnet einem fremden Kunden künftig lediglich noch 2 Euro direkt, bislang fordert sie bis zu 15,50 Euro von seiner Bank.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das? © 
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AMEISEN: Auf einem Ameisenhügel tummeln sich im Schnitt eine Million fleißige Insekten. © dpa
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Tausend Haufen ergeben also eine Milliarde Ameisen. © 
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LOTTO: Angenommen, Sie würden jede Woche eine Million Euro im Lotto gewinnen ... © dpa
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Sie bräuchten 19 Jahre und 12 Wochen, um die Gewinnsumme von insgesamt einer Milliarde Euro zu erreichen. © dpa
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ERDE: Wie sah es vor einer Milliarde Jahren auf der Erde aus? Unser Planet hat schon etwa 3,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel. © dpa
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Es gibt bereits Meere und Land. Die Sonne hat noch nicht die volle Leistung errreicht, doch sind alle Bedingungen für die Entstehung des Lebens erfüllt. Erste primitive Lebewesen entstehen. © dpa
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SONNE: Und wie ist die Lage in einer Milliarde Jahren auf der Erde? Die Leuchtkraft der Sonne nimmt zu, deshalb wird es auf unserem Globus so heiß, dass die Ozeane zu kochen beginnen. © dpa
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Die letzte Phase der belebten Erde wird eingeläutet! Vier Milliarden Jahre später bläht sich die Sonne zum Riesenstern auf und ein Ozean aus Lava bildet sich auf der Erde, der alle Zeugnisse einstigen Lebens vernichten wird. © dpa
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SPERMIEN: Um eine Milliarde Spermien zu produzieren, muss ein Mann nur 3,5 Mal zum Samenerguss kommen! © dpa
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Im Durchschnitt enthält ein männliches Ejakulat nämlich 300 Millionen Spermien. © dpa
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GELDSCHEINE: Nimmt man 100-Euro-Scheine und stapelt die Summe von einer Milliarde übereinander ergäbe dies eine Höhe von einem Kilometer. © dpa
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Eine Milliarde Euro in 500-Euro-Scheinen würden 2,4 Tonnen wiegen – etwa so viel wie eine afrikanische Elefantendame. Stapelt man sie als Zwei-Euro-Stücke übereinander, müsste man einen 975 Kilometer hohen Turm bauen. © dpa
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HAARE: Jeder Mensch hat durchschnittlich 100 000 Haare auf dem Kopf. Man bräuchte also eine Ansammlung von 10 000 Leuten um eine Milliarde Kopfhaare zusammenzubekommen ... © dpa
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... vorausgesetzt, alle haben welche! © dpa
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BÄUME: Ein Achtel der Wälder in Deutschland – das ergibt eine Milliarde Bäume. © dpa
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Laut Bundeswaldinventur gibt es insgesamt 8,7 Milliarden Bäume. © dpa
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WANDERHEUSCHRECKEN: Regelmäßig suchen Schwärme von Wanderheuschrecken den Norden Afrikas heim. © dpa
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Bei der Heuschreckenplage von 1988 bestanden die Schwärme zum Teil aus bis zu drei Milliarden Tieren! Sie besetzten damals eine Fläche dreimal so groß wie der Regierungsbezirk Oberbayern. © dpa
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GEMÄLDE: Wenn Sie eine Milliarde Euro investieren, können Sie sich eine Bildergalerie erkaufen! Das teuerste Gemälde der Welt, das je verkauft wurde, ist Jackson Pollocks (Foto) No. 5 (1948). Es wechselte 2006 für stolze 140 Millionen Dollar den Besitzer. © dpa
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Oder wie wäre es mit Gustav Klimts Adele Bloch-Bauer? Das Bild kostete 135 Millionen Dollar. © dpa
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OKTOBERFESTE: Das Oktoberfest lockt durchschnittlich sechs Millionen Besucher pro Jahr. © dpa
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Es bräuchte 167 mal Wiesn, um die Milliarde zu erreichen. © dpa
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ESSEN: Wer 3 203 178 Cheeseburger futtert, hat eine Milliarde Kalorien verdrückt. © dpa
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Und bei einem Kalorienverbrauch von 2000 am Tag könnte eine Frau 1370 Jahre von einer Milliarde Kalorien zehren. Oder 17 Frauen wären mit der geballten Eine-Milliarden-Energie ein Leben lang versorgt. © dpa
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ENTFERNUNG: Der Planet Jupiter ist etwa eine Milliarde Kilometer von unserer Erde entfernt. © dpa
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Zum Vergleich: Würde man 25 000 Mal um die Erde fahren, hätte man eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. © dpa
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WETTEN, DASS...?: Wahre Wetten, dass..?-Fans träumen vielleicht davon, eine Milliarde Minuten den Witzen von Thomas Gottschalk zu folgen. © dpa
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Das entspricht etwa 6,7 Millionen Sendungen. Um sie alle anzuschauen, würde man 1902,5 Jahre benötigen. © dpa
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FUSSBALLER: Welcher Fußball-Traum-Kader könnte man aus den teuersten Spielern der Welt für eine Milliarde Euro aufstellen? Den Spitzenrekord in Sachen Ablösesumme hält der französische Mittelfeldstürmer Zinédine Zidane, für den Real Madrid 2001 75 Millionen Euro hinlegte. © dpa
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Man könnte sich 13-mal den Superkicker leisten und hätte eine komplette Elf plus zwei hochkarätige Ersatzspieler! © dpa

Nach einer Umfrage der “Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe) verlangen die Sparkassen trotz des neuen Entgeltsystems auch künftig vergleichsweise hohe Gebühren. Fremdkunden würden zwischen 3,95 Euro und 4,75 Euro pro Transaktion berechnet ? und damit deutlich mehr als die großen Privatbanken, die sich auf einen einheitlichen Satz von 1,95 Euro verständigt haben. In Bochum und Leipzig zum Beispiel würden demnächst 4,40 Euro fällig, in Kaiserslautern 4,65 Euro und in Düsseldorf sogar 4,75 Euro. Etwas besser kämen Automatennutzer in Bielefeld und Hannover mit je 4 Euro sowie in München und Essen mit je 3,95 Euro weg. Die Volksbanken scheinen sich laut Untersuchung im Schnitt ein Stück weit unter dem Niveau der Sparkassen zu bewegen: Die Aachener Bank etwa wolle künftig 3,50 Euro fordern, die Volksbank Berlin plane je nach Standort Tarife von 3,95 bis 1,95 Euro.

dapd

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