EZB-Zinshammer

Keine Panik! Die tz durchleuchtet die Geldanlagen

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Sicher ist: Im Sparschwein gibt ’s nichtmal Mini-Zinsen.

München - Nicht erst nach dem EZB-Zinshammer ist klar: Mit dem klassischen Sparbuch ist nichts mehr zu holen. Doch was sind die Alternativen? Die tz hat verschiedene Anlageklassen unter die Lupe genommen:

Der EZB-Zinshammer ist auf Deutschlands gepeinigte Sparer niedergerauscht. Die Niedrigzinsphase ist mittlerweile mehr als ein Phase – und sie hält an. Mit dem klassischen Sparbuch, so viel steht fest, ist nichts mehr zu holen. Doch was sind die Alternativen? In Zeiten niedriger Zinsen sollten Sparer ihr Geld dabei mehr denn je auf verschiedene Anlageklassen verteilen. Dabei gilt – leider wie bei allen Finanzgeschäften – die Faustformel: Je höher der Gewinn, desto höher auch das Risiko. Frank Lehmann zur tz: „Das Versprechen: ,Geringes Risiko, hoher Ertrag’ ist noch nie aufgegangen!“ Immerhin: Auch die Inflation ist derzeit im Keller – ein Grund für die Maßnahmen der EZB – so dass Sie selbst mit mickrigen Zinsen noch einen Inflationsausgleich schaffen. Die tz hat verschiedene Anlageklassen unter die Lupe genommen:

Aktien

Der Dax eilt von Rekord zu Rekord, die Börse ist in Jubelstimmung. Das Problem: Die Kurse steigen schon seit fünf Jahren. Wie es weitergeht, kann niemand vorhersagen – und viele Kleinanleger haben sich in einer ähnlichen Situation vor 15 Jahren mit der Telekom-Aktie die Finger verbrannt. Trotzdem rät der frühere ARD-Börsen-Experte Frank Lehmann in der tz dennoch zu dividendenstarken Aktien: „Die Dividende ist der Zins der Aktie. Wenn die stimmt, dann sind mögliche Kursgewinne noch der Schnaps obendrauf.“ Börsen-Experte Dirk Müller warnt im Focus allerdings vor einer Kurskorrektur beim Dax: „Aktuell würde ich den Märkten kein Geld hinterherwerfen. Das wäre das erste Mal, dass der Dax eine Einbahnstraße wäre.“

Gold

Während der Finanzkrise ging der Goldpreis durch die Decke. Da war es wieder, das Edelmetall als sicherer Hafen. Doch nur als solcher funktioniert es – eine sichere Geldanlage für den renditeorientierten Sparer ist es nicht. Denn einen Ertrag gibt es nur, wenn der Preis steigt – und der ist unberechenbar. Laut dem Bundesverband deutscher Banken hat der Goldpreis etwa von Anfang 2013 bis Anfang 2014 um rund 30 Prozent nachgegeben. Experten raten dazu, etwa zehn Prozent der Anlagesumme in Gold zu investieren – und zwar in physisches Gold wie Barren. Damit hat man einen echten Wert in der Hand – den man auch in Krisenzeiten eintauschen kann.

Alternative Geldanlagen

Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden? Wer sein Geld in Weinflaschen á la Rothschild und Co. investiert, bleibt immer flüssig – er sollte aber schon 100 000 Euro mitbringen. Ab 1000 Euro gibt’s Genussscheine einzelner Weingüter. Mit dem Geld wird ein bestimmter Weinberg bewirtschaftet – der Zins erfolgt in flüssiger Form. Eine hochriskante Anlage – denn bei einer Insolvenz werden Genussscheine erst nachrangig zurückbezahlt. Auch Oldtimer sind begehrt – nicht nur als Spielzeuge für die Superreichen. „Die erste Rendite ist schon mal der ausbleibende Wertverlust“, sagt Experte Volker Janzen. Einzuberechnen sind allerdings Garagenkosten, Wartung, Versicherung und Benzin.

Tagesgeld

So unbefriedigend niedrig die Zinsen auch sind – Sparer sollten einen Teil ihres Vermögens auf dem Tagesgeldkonto parken. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Geld ist flexibel verfügbar – besonders für dringende Neuanschaffungen oder Reparaturen ist das wichtig. Zwei bis drei Monatseinkommen sollten Sparer dafür im günstigsten Fall parat haben. Wer Festgeldkonten nutzen will, bekommt bei dreijähriger Laufzeit rund zwei Prozent. Und so niedrig die Zinsen auch sind – besser als auf dem Sparbuch bei der Hausbank ist das Geld beim Tagesgeldkonto trotzdem aufgehoben. In der Tabelle zeigen wir Ihnen die Top-10-Tagesgeld-Anbieter.

Die Tagesgeld-Top-10

(Hier gibt’s noch mehr als ein Prozent Zinsen für ihr Geld)

Institut Zins p.a. Rendite p.a. Kontakt Einlagensicherung
Renault Bank Direkt 1,30 % 1,30 % 01805/724 440
(0,14€/Min. Festnetz) 100 000 Euro
MoneYou 1,30 % 1,30 % 069/907 323 23 100 000 Euro
Cortal Consors * 1,20 % 1,20 % 0911/369 900 0 45 Mio. Euro
ING-DiBa * 1,25 % 1,17 % 069/05 090 70 1,481 Mrd. Euro
akf bank 1,15 % 1,15 % 0202/257 272 121 100 000 Euro
DenizBank 1,15 % 1,15 % 0800/488 660 0 100 000 Euro
Ikano Bank 1,15 % 1,15 % 06122/999 252 100 000 Euro
NIBC Direct 1,15 % 1,15 % 069/244 372 00 100 000 Euro
Volkswagen Bank * 1,40 % 1,14 % 0531/212 859 503 1,341 Mrd. Euro
RaboDirect 1,10 % 1,10 % 0800/722 610 0 100 000 Euro

* = für Neukunden Stand: 06.06.2014 Für die Renditeberechnung wurde eine Anlagezeit von 6 Monaten unterstellt Quelle: FMH-Finanzberatung (www.fmh.de)

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