Gericht stoppt Pfleiderer-Sanierung

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Insolvenz wahrscheinlich: Pfleiderer-Zentrale in Neumarkt in der Oberpfalz.

München - Der schwer angeschlagene Holzverarbeiter Pfleiderer steht unmittelbar vor der Pleite. Aus der geplanten Sanierung des Unternehmens wird nichts.

Das Sanierungskonzept für das Oberpfälzer Unternehmen war am Dienstag vom Oberlandesgericht Frankfurt gestoppt worden, wie ein Gerichtssprecher sagte. Damit dürfte das Unternehmen - wie bereits angekündigt - gezwungen sein, für die Dachgesellschaft nun einen Insolvenzantrag vor dem Amtsgericht Nürnberg zu stellen.

Eine Bestätigung dafür war von dem Unternehmen zunächst nicht zu erhalten. Früheren Angaben zufolge wäre von der Pleite aber nur die Dachgesellschaft des Konzerns betroffen, nicht das operative Geschäft der Töchter des Holzverarbeiters.

Pfleiderer kämpfte vor Gericht an gleich zwei Fronten mit Teilen seiner Aktionäre und Gläubiger um ein bereits beschlossenes Konzept für die Sanierung der Finanzen des angeschlagenen Konzerns. Gegen die Beschlüsse einer Gläubiger- und einer Hauptversammlung hatten einige Anleger geklagt. Das OLG Frankfurt stoppte nun den Versuch des Konzerns, die Beschlüsse aus dem Sanierungskonzept bereits vor einer Entscheidung über die Klage der Anleihegläubiger anzuwenden.

Damit ist das Rettungskonzept gescheitert, denn die Maßnahmen müssen bis spätestens 30. Juni umgesetzt werden. Der nun anstehende Rechtsstreit dürfte aber viele Monate, wenn nicht Jahre dauern. Pfleiderer hatte bereits angekündigt, für den Fall einer Niederlage beim Amtsgericht Nürnberg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung zu stellen, um die Sanierung auf diesem Wege abzuschließen.

dpa

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