Männer und Frauen - gleiches Einkommen?

Gesetz soll Lohngerechtigkeit fördern

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Männer erhielten 2013 durchschnittlich einen Bruttolohn von 19,84 Euro und Frauen nur 15,56 Euro. Ein Gesetz soll demnächst für mehr Lohngerechtigkeit sorgen.

Berlin - Gleichberechtigung auch auf dem Lohnzettel: Das geplante Gesetz gegen die Einkommenskluft zwischen Frauen und Männern soll noch innerhalb dieses Jahres kommen.  

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) kündigte am Freitag in Berlin an, dass ihr Haus noch in diesem Jahr eine gesetzliche Regelung auf den Weg bringen werde. Damit wolle sie für mehr Lohngerechtigkeit sorgen, „ohne die Tarifautonomie zu beschneiden oder Bürokratiemonster zu erschaffen“.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes liegt die Gehaltslücke in Deutschland bei 22 Prozent. So erhielten Männer im Jahr 2013 einen durchschnittlichen Bruttolohn von 19,84 Euro, Frauen bekamen nur 15,56 Euro. Union und SPD hatten deshalb schon im Koalitionsvertrag ein Entgeltgleichheitsgesetz vereinbart. Vorgesehen sind eine größere Transparenz bei den Gehaltsstrukturen und eine bessere Bezahlung in typischen Frauenberufen.

Die zehn häufigsten Klischees über Frauen

Frauentag Vorurteile
1. Frauen putzen immer, Männer nie: Nur selten haben die Männer die Hoheit über Staubsauger und Wischmopp - bloß 16 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage an, im Haushalt aufzuräumen. Nach Ansicht der Frauen sind sogar nur zwei Prozent der Männer die Chef-Putzer. Frauen putzen nach eigenen Angaben die gemeinsame Wohnung in 64 Prozent der Fälle. Das ergab 2013 eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. © dpa
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2. Frauen haben mehr Schuhe: Klare Sache, stimmt. Deutsche Frauen können offenbar nicht genug Schuhe ihr Eigen nennen. Sie besitzen im Schnitt mehr als doppelt so viele Treter wie Männer. Hatten männliche Befragte im Durchschnitt 8,2 Paar, waren es bei den Frauen 17,3. Das ergab 2014 eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. © dpa
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3. Frauen frieren mehr als Männer: Die ausgeprägte Kälteempfindlichkeit von Frauen ist eine wissenschaftliche Tatsache. Sie besitzen weniger Muskelmasse als Männer. Gemessen am Gesamtgewicht besteht ein Mann zu 40 Prozent aus Muskeln, eine Frau nur zu 25 Prozent. Muskeln sind ständig durchblutet und produzieren ununterbrochen Wärme. Auch frieren Frauen schneller, weil ihre Oberhaut um etwa 15 Prozent dünner ist als die männliche. © dpa
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4. Frauen verdienen weniger: In Deutschland verdient eine Frau in einem Ganztagsjob im Schnitt etwa 22 Prozent weniger als ihr männlicher Kollege - das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2012. © dpa
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5. Frauen lesen: Stimmt: Mädchen greifen häufiger zum Buch als Jungen. 54 Prozent der Mädchen lesen nach eigenen Angaben täglich, aber nur 35 Prozent der Jungen. Der Trend setzt sich bei Erwachsenen fort: 45 Prozent der Frauen lesen mehrmals pro Woche - aber nur 30 Prozent der Männer. Dies geht aus der Verbraucheranalyse 2012 der Axel Springer AG und der Bauer Media Group hervor. © dpa
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6. Frauen fahren schlechter Auto: Die Herren der Schöpfung werden es nicht gerne hören, aber laut Statistik sind Frauen im Straßenverkehr besser. „Im Verhältnis zu ihren Fahrleistungen mit knapp 32 Prozent sind Autofahrerinnen in der Verkehrssünderdatei weitaus geringer vertreten als die Männer“, erklärte der ADAC 2012. Damals wurden nur 16,2 Prozent der verhängten Fahrverbote Autofahrerinnen zugeordnet. Auch bei Tempo-Vergehen seien Frauen unterrepräsentiert.Gleiches gilt für die Zahl der Frauen in der Flensburger Sünderdatei: Etwa sieben Millionen Männer waren 2012 im Verkehrszentralregister vertreten, das waren rund 78 Prozent der gesamten Sünder. Der Anteil der Frauen lag bei etwa 22 Prozent. Laut ACE waren zum Jahresbeginn 2013 aber rund ein Drittel aller zugelassenen Autos auf eine Frau angemeldet. © dpa
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7. Frauen leben gesünder: Was den gesunden Lebensstil anbelangt, haben Frauen die Nase vorn. Ein Großteil verzichtet nach eigenen Worten auf Alkohol (75,2 Prozent), legt besonderen Wert auf gesunde Ernährung (67,1 Prozent) und auf eine insgesamt gesündere Lebensweise (60,6 Prozent). Bei den Männern sind dies laut einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsportals „Apotheken-Umschau“ jeweils deutlich weniger. © dpa
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8. Frauen reden mehr als Männer: Das Klischee von weiblichen Quasselstrippen und wortkargen Männern ist weit verbreitet. Doch glaubt man Psychologen der University of Arizona, reden Männer und Frauen gleich viel. Im Durchschnitt geben sie rund 16 000 Wörter pro Tag von sich. Der deutsche Psychologe Matthias Mehl und sein Team haben zwischen 1998 und 2004 fast 400 Studenten aus den USA und Mexiko mit einem selbst entwickelten Spezialrekorder untersucht. © dpa
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9. Frauen tun sich schwerer mit Rechnen: Das scheint zu stimmen, wenn man nach der Pisa-Studie 2012 geht. Jungen erreichten durchschnittlich 14 Punkte mehr als Mädchen. Seit 2003 hat sich dieser Leistungsabstand sogar vergrößert, damals hatte er neun Punkte betragen. © dpa
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10. Frauen brauchen doppelt solange im Bad: Von wegen! Ihren Körper pflegen Männer fast genauso lange wie die vermeintlich eitleren Frauen. Das ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest. Demnach brauchen Männer 46 Minuten täglich für die Pflege, Frauen nur sechs Minuten mehr. © dpa

Einzelheiten sollen aber noch mit den Tarifparteien geklärt werden. Am Donnerstag war Schwesig bereits mit Gewerkschaftsvertretern zusammengekommen, in den kommenden Wochen sind auch Gespräche mit den Unternehmen vorgesehen. „Schließlich soll das Gesetz in den einzelnen Betrieben umgesetzt werden“, erklärte die Ministerin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lobt das Vorhaben ausdrücklich. „Es ist gut und richtig, dass die Koalition die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen nicht länger hinnehmen will“, sagte DGB-Vize Elke Hannack der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).

dpa

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