Milliarden an Börsenwert vernichtet

Google patzt bei Bilanz - Aktie stürzt ab

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Ein riesiges grünes Robotermännchen - Maskottchen für das Google-Betriebssystem Android - steht vor dem Eingang des amerikanischen Internet-Konzerns Google in Mountain View (Kalifornien).

Mountain View - Schlechter Tag für den Internetkonzern Google: Zuerst kommen die Geschäftszahlen um Stunden zu früh heraus und dann sind sie auch noch viel schlechter als erwartet. Die Konsequenz: Die Aktie stürzt ab.

Selbst ein Weltkonzern ist vor peinlichen Pannen nicht gefeit: Googles neue Geschäftszahlen sind am Donnerstag mehrere Stunden zu früh veröffentlicht worden, noch während des laufenden US-Börsenhandels. Zuerst herrschte Verwirrung, dann drückten die Aktienhändler auf den Verkaufsknopf. Denn massiv gestiegene Kosten - etwa durch den Kauf des Handyherstellers Motorola - ließen den Gewinn schmelzen. Erschwerend hinzu kam, dass Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte.

Die Aktie sauste zeitweise um über zehn Prozent in die Tiefe, Milliarden an Börsenwert wurden vernichtet. Am Ende gab es ein Minus von gut acht Prozent auf 695 Dollar. Zwischenzeitlich wurde der Handel auf Wunsch von Google sogar gestoppt. Offensichtlich lag der Fehler beim Dienstleister R.R. Donnelley, der einen unfertigen Quartalsbericht veröffentlichte.

Ursache sei vermutlich menschliches Versagen gewesen, sagte der Chef der Firma, Tom Quinlan, dem „Wall Street Journal“. Google-Chef Larry Page entschuldigte sich dennoch für die Panne. Er bedauere das Durcheinander, sagte Page in einer Telefonkonferenz. Es war sein zweiter Auftritt nach mehrmonatiger Abwesenheit, weil er seine Stimme verloren habe. Page sprach noch leise, langsam und mit einiger Mühe.

Erinnern Sie sich noch an diese Google Doodles?

Google Doodle
Google ehrt am 23. April 2014 den deutschen Physiker und Nobelpreisträger Max Planck mit einem Google Doodle. Er wäre an diesem Tag 156 Jahre alt geworden. Das Google Doodle visualisiert Plancks wichtigste Entdeckung, die Formel "E=hv". © Google
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Google feiert den "Earth Day" am 22. April seit 2001 mit einem eigenen Google Doodle. 2014 stehen die Tiere im Mittelpunkt: Mehrere animierte Google Doodles zeigen zum Beispiel den Zimtkolibri, das Jemenchamäleon, den Mistkäfer oder die Ohrenqualle. Die Tiere wünschen den Usern "einen schönen Tag der Erde!". © Google
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Google feiert die Frühlingsanfang mit einem Google Doodle. Ein schwarzes Männchen mit Gieskanne lässt Bäume und Blumen erblühen. © Google
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Der amerikanischen Gorillaforscherin Dian Fossey hat Google ein Doodle gewidmet.  Sie wäre am 16. Januar 2014 82 Jahre alt geworden. © Google
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Feministin, Schriftstellerin und Philosophin war Simone de Beauvoir, die Google mit einem Doodle ehrt. © Google
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Den 155. Geburtstag der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf ehrt Google mit einem Nils Holgersson-Doodle. © Google
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Das Google Doodle am 10. Dezember 2012 ehrt Ada Lovelace, die als erste Programmiererin der Welt gilt. © Google
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Mit dieser Dampflokomotive auf der Startseite ehrt Google den Industriedesigner Raymond Loewy. © Google
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Das Google Doodle für das Mathegenie Shakuntala Devi. © Google
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Mit diesem Doodle überrascht Google seine Nutzer an Halloween: Eine Hexe lud zum Spielen ein. © Google
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Vor 216 Jahren gelang dem Franzosen André- Jacques Garnerin erstmals ein Fallschirmsprung. Dieses Jubiläum ehrt Google mit einer animierten Grafik. © Google
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Zum 169. Geburtstag von Friedrich Nietzsche ehrt Google den Philologen mit diesem Doodle. © Google
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Anlässlich seines 407. Geburtstages wird am 15. Juli 2013 das Kunst-Genie Rembrandt mit diesem Doodle geehrt. © Google (Screenshot)
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Der Screenshot zeigt das Google Doodle vom 25. Juni 2013. Es ehrt den spanischen Architekten Antoni Gaudi. © Google (Screenshot)
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Das Google-Doodle am 10. Juni ehrt den Kinderbuchmaler Maurice Sendak. © Google (Screenshot)
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Das Google Doodle am 31. Mai ehrt Julius Richard Petri, dem Erfinder der nach ihmn benannten Petrischale. © Google (Screenshot)
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Das Google-Doodle am 8. Mai ehrt den Grafikdesigner und Filmemacher Saul Bass, der zahlreiche internationale Fimvorspänne und Firmenlogos entworfen hat. © Google
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Das Google Doodle am 22. April erinnert an den Earth Day. © Google
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Zum 200. Geburtstag von Grimms Märchen erzählt ein Google Doodle die Geschichte von Rotkäppchen. © Google
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Das Google Doodle am 15.4.2013 ehrt den Schweizer Mathematiker Leonhard Euler. Das Rechen-Genie wäre heute 306 Jahre alt geworden.  © Google
Das Google Doodle am 3. April 2013 ehrt den Architekten und Designer Henry van de Velde. Er wäre an diesem Tag 150 Jahre alt geworden. © Google
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Das Google Doodle am 2. April 2013 ehrt die Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian. Sie wäre an diesem Tag 366 Jahre alt geworden. © Google
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Das Google Doodle am 19. Februar ehrt den Astronom Nikolaus Kopernikus. Er wurde an diesem Tag im Jahr 1473 geboren. © Google
Das Google Doodle am Valentinstag, 14. Februar 2013, ehrt den Erfinder des Riesenrades, George Washington Gale Ferris. © Google
Beim Google Doodle zu Ehren des Erfinders der Eisbearbeitungsmaschine, Frank Zamboni, kann man sich als Eispräparator versuchen. © Google
Das Google-Doodle zum 410. Geburtstag von Otto von Guericke. © Google
Das Google Doodle zum 172. Geburtstag von Auguste Rodin. © Google
Zum 46-jährigen Jubiläum der ersten Ausstrahlung von Star Trek: Raumschiff Enterprise schenkt Google der Serie ein eigenes Doodle © Google
Zur Erinnerung an den 78. Geburtstag des Synthesizer-Erfinders Robert Moog gibt es ein Google Doodle, mit dem die Internet-Nutzer eine eigene Melodie komponieren können. © Google
Der Erfinder des Reißverschlusses bekommt zu seinem 132. Geburtstag ein eigenes Google Doodle: Gideon Sundbäck © Google
Zum 126. Geburtstag von Ludwig Mies van der Rohe ehrt Google den Architen mit einem eigenen Doodle. © Google
Juan Gris, einer der Vertreter des synthetischen Kubismus, bekommt an seinem Geburtstag auch ein eigenes Google Doodle. © Google
Zum Fühlingsanfang am 20. März sind die Buchstaben des Google Doodles bunt leuchtende Blumen. © Google
Ein Google Doodle erinnert an den Beginn des neuen Jahres im Persischen Kalender. © Google
Ein Google Doodle zum Unabhängigkeitstag in Tunesien am 20. März. © Google
Am 19. März wurde die Sydney Harbour Bridge 80 Jahre alt - dafür gibt's ein Google Doodle. © Google
Das Google Doodle am 17. März erinnert an den St. Parick's Day. © Google
Ein Google Doodle zum 120. Geburtstag des peruanischen Dichters und Schriftstellers Cesar Vallejo. © Google
Der ungarische Nationalfeiertag am 15. März erhält ebenfalls ein Google Doodle. © Google
Zum Weltfrauentag am 8. März gibt es ein verändertes Logo - ein Google Doodle. © Google
Das Google-Doodle zu Halloween. © Google
Bunt leuchtet das Google-Logo am 6. März, dem Unabhängigkeitstag in Ghana. © Google
Am 19. Februar erinnert dieses Google Doodle an die Malerin Gabriele Münter. © Google
Einen Tag vor dem Internationalen Frauentag am 8. März widmet Google ein Doodle den Frauen. © Google

Die Panne passierte um kurz nach Mittag Ortszeit. Um 15.20 Uhr New Yorker Zeit (21.20 MESZ) wurde der Handel wieder aufgenommen. Google hatte in der Zwischenzeit die Mitteilung um fehlende Zitate von Page ergänzt. „Wir hatten ein starkes Quartal“, erklärte Page. Die Anleger kauften ihm die Botschaft aber nicht ab und ließen das Papier im Minus. In der Telefonkonferenz fokussierte sich Page dann darauf, wie Google den Smartphone-Markt mit dem Betriebssystem Android dominiert auf verschiedensten Geräten erfolgreich sein will. Nachbörslich legte die Aktie immerhin um ein Prozent zu.

Üblich ist, dass die Zwischenbilanz nach dem Ende des regulären Handels an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq um 22.00 Uhr deutscher Zeit mitgeteilt wird, damit jeder Anleger die Zeit hat, sich in das umfangreiche Zahlenwerk zu vertiefen. Nun kamen die Geschäftszahlen aber vier Stunden zu früh heraus.

Demnach stieg der Umsatz im dritten Quartal um 45 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar (10,8 Mrd Euro). Rund 2,6 Milliarden Dollar kamen dabei alleine aus der Einbeziehung von Motorola. Google hatte das Handy-Urgestein für 12,5 Milliarden Dollar geschluckt, um seinen Vorstoß ins mobile Geschäft abzusichern. Der Gewinn schrumpfte dagegen um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Auch hier wirkte sich Motorola aus, vor allem durch hohe Entwicklungskosten für neue Android-Smartphones.

Zahl der Klicks auf Werbeanzeigen ist gestiegen

Mit den Zahlen verfehlte Google die Schätzungen der Analysten. Vor allem ein Wert stieß bitter auf: Google bekam im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 15 Prozent weniger Geld von seinen Werbekunden für jeden Klick, den ein Nutzer machte. Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle von Google - allen voran die hervorgehobenen Links der Suchmaschine, aber immer mehr auch grafische Werbeanzeigen, die überall im Web auftauchen. Der Rückgang dürfte eine Folge der verstärkten Nutzung von Smartphones und Tablets sein, auf denen die Tarife für Werbung niedriger sind. Insgesamt aber stieg die Zahl der Klicks auf Anzeigen, die Google Geld brachten, um ein Drittel.

Motorola erwies sich einmal mehr als Verlustbringer. Die neue Tochter verlor operativ 527 Millionen Dollar. Bereits als eigenständiges Unternehmen hatte der Handy-Hersteller zuletzt fast durchgängig rote Zahlen geschrieben angesichts der starken Konkurrenz durch Apples iPhone und die Android-Handys von Samsung. Für Google war Motorola aber wegen der zahlreichen Patente des Handy-Pioniers wertvoll. Apple hatte einen regelrechten Patentkrieg vom Zaun gebrochen und wirft zahlreichen Smartphone-Herstellern aus dem Android-Lager vor, Ideen abgekupfert zu haben.

dpa

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