Großkasse ohne Zusatzbeitrag - Keine Entwarnung

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Die neue Großkasse aus Barmer und GEK will keinen Zusatzbeitrag erheben.

Berlin - Die aus Barmer und Gmünder Ersatzkasse entstehende größte Krankenkasse Deutschlands will Anfang 2010 ohne Zusatzbeitrag starten - doch schon bald sehen Experten flächendeckend Extraprämien kommen.

“Schon im Herbst muss die Bundesregierung Entscheidungen treffen“, sagte der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem. An diesem Freitag tritt der Barmer-Verwaltungsrat in Kiel zusammen. Erwartet wird, dass er grünes Licht für die Fusion mit der Gmünder Ersatzkasse (GEK) gibt. “In dem Verbund müssen wir zum 1. Januar keinen Zusatzbeitrag einführen“, sagte GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker der “Rheinischen Post“ (Donnerstag). “Die Frage der Zusatzbeiträge wäre im nächsten Jahr eine ernsthafte bei der GEK gewesen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin .

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Gmünder und Barmer sollen größte Kasse werden

Als Hintergrund der Fusion sieht Wasem die veränderten Bedingungen durch den Gesundheitsfonds und den steigenden Finanzdruck. “Im kommenden Jahr dürften die Einnahmen des Gesundheitsfonds kaum wachsen, die Ausgaben aber über 2 bis 2,5 Prozent steigen“, sagte Wasem der dpa. Mit Blick auf die Zeit nach der Bundestagswahl fügte er hinzu: “Hält die Bundesregierung den Beitragssatz für 2010 stabil und verzichtet sie auf eine weitere Erhöhung des Zuschusses oder einen wirksamen Schnellschuss zur Kostendämpfung, sind Zusatzbeiträge bei allen Kassen wahrscheinlich.“

Vorteile vor allem für GEK-Versicherte

Diese Extraprämien bis zu einem Prozent des Einkommens werden fällig, wenn eine Kasse mit dem Geld aus dem Fonds nicht auskommt. Barmer-Chef Johannes Vöcking sagte, durch die Fusion zur Großkasse mit 8,6 Millionen Versicherten werde die gesamte gesetzliche Krankenversicherung gestärkt. “Daran kann politisch keiner mehr vorbei“, sagte er der “Financial Times Deutschland“. Wasem sieht die Vorteile des Zusammenschlusses vor allem auf Seiten der mit 1,7 Millionen Versicherten deutlich kleineren Kasse: “Das bisherige Geschäftsmodell der GEK rechnet sich nicht mehr“, sagte er der dpa. “Ihre Versicherten haben ein überdurchschnittliches Einkommen und sind überdurchschnittlich gesund. Durch den Gesundheitsfonds und den krankheitsbezogenen Finanzausgleich wird die GEK insgesamt belastet.“

Die größere Kasse verschlechtere ihre Position bei solchen Fusionen dagegen tendenziell. “Man kann sich die Motive der Barmer nur so erklären, dass sie die Pole Position und eine noch stärkere Marktdurchdringung anstrebt“, sagte Wasem. Die neue Großkasse dürfte die mit 7,3 Millionen Kunden bislang versichertenstärkste Techniker Krankenkasse (TK) von Platz 1 verdrängen. Dem angekündigten Zusammenschluss von GEK und Barmer zur größten Kasse Deutschlands dürften laut Wasem weitere Fusionen folgen: “Ich erwarte weitere Fusionen.“

dpa

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