Reaktion auf neuen Asyl-Rekord

Handwerksboss will Flüchtlinge mitwerkeln lassen

+
Handwerksboss Georg Schlagbauer mit den Ausbildungs-Akquisiteuren Serkan Engin (li.) und Christoph Karmann (re.).

München - Täglich reisen Flüchtlinge aus Krisenländern ein, darunter auch Minderjährige. Vor allem um sie will sich HWK-Präsident Schlagbauer mit einem speziellen Projekt kümmern.

Die Flüchtlingssituation spitzt sich zu: Allein von Mittwoch auf Donnerstag sind 319 neue Asylbewerber eingetroffen, meldet die Regierung von Oberbayern. So viele wie noch nie! Und der Zustrom steigt weiter – täglich reisen Flüchtlinge aus Krisenländern wie Syrien oder Eritrea per Zug aus Italien ein, darunter auch Minderjährige.

Gerade ihnen will Georg Schlagbauer (42) in München eine Zukunft bieten. Der Metzgermeister und CSU-Stadtrat wurde gestern als Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern vorgestellt und tritt in die Fußstapfen von Heinrich Traublinger, der 20 Jahre im Amt war. Schlagbauers erste Maßnahme: Er setzt einen neuen Ausbildungs-Akquisiteur ein, der sich speziell um junge Flüchtlinge kümmern soll.

In der Bayernkaserne kommen viele Flüchtlinge unter.

„Seine Aufgabe ist es, ihnen eine betriebliche Ausbildung im Münchner und oberbayerischen Handwerk zu vermitteln.“ Außerdem soll er über das duale System informieren, Karrierechancen aufzeigen und Ausbildungsbetriebe für das Programm gewinnen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Betriebe und die jungen Menschen nur profitieren können.“ Ihnen soll durch Bildung der Zugang zur Gesellschaft gelingen – und München zur Heimat werden. Ein Akquisiteur, der sich um Jugendliche mit Migrationshintergrund kümmert, ist bereits bei der Kammer angestellt.

Die Nachwuchsförderung ist einer von sechs zentralen Punkten, die Schlagbauer im neuen Amt konsequent verfolgen will. Wichtig ist ihm auch, dass der Meistervorbehalt nicht wegfällt – sonst drohen unqualifizierte Ein-Mann-Betriebe. Über die nächsten Jahre hinweg soll auch die Bürokratie abgebaut und der Wirtschaftsverkehr entlastet werden. Schlagbauer will das Straßennetz besser verästeln, den Nahverkehr ausbauen und Radrouten von Hauptstraßen entkoppeln, damit der Verkehr besser fließt, sowie Elektromobilität fördern. Schwerpunktmäßig will sich Schlagbauer auch für eine nachhaltige Gewerbeflächenpolitik einsetzen.

Andreas Thieme

auch interessant

Meistgelesen

„Sofort Storno!“ dm-Mitarbeiterin erlebt Unglaubliches bei Rossmann
„Sofort Storno!“ dm-Mitarbeiterin erlebt Unglaubliches bei Rossmann
Schnell und billig: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie
Schnell und billig: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Schockierte dm-Kunden: Was soll dieser Faschingsartikel?
Schockierte dm-Kunden: Was soll dieser Faschingsartikel?

Kommentare