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9-Euro-Ticket: „Ticketpaten“ spenden Fahrkarten an Hartz-IV-Empfänger

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Von: Patricia Huber

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Mit der Aktion „#Ticketpaten“ spenden Social-Media-Nutzer das 9-Euro-Monatsticket an von Armut betroffene Menschen - und sorgen damit für Begeisterung.

München - Das Neun-Euro-Ticket soll alle Bürger in Deutschland entlasten. Mit dem von der Regierung beschlossenen Billigticket können Verbraucher im Juni, Juli und August für nur neun Euro pro Monat den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Doch für viele Hartz-IV-Empfänger sind selbst neun Euro noch zu viel. Damit trotzdem möglichst viele Menschen von der Spar-Aktion profitieren, wurde auf Twitter jetzt der Hashtag #Ticketpaten ins Leben gerufen.

Neun-Euro-Ticket: Spenden-Aktion sorgt für Begeisterung

Unter diesem Stichwort können sich Menschen melden, die Armutsbetroffenen ein Neun-Euro-Ticket bezahlen möchten und in Kontakt mit den Betroffenen treten. Die Aktion sorgt bei vielen Usern für Begeisterung. Ein Nutzer schreibt: „Es beängstigt mich, wie viele Menschen sich über kleine Beträge freuen. Andererseits: Erstaunlich wie viele Gute Menschen es gibt, die Fremden eine Freude bereiten! Ihr seid echt geil! Werde mich gleich anschließen.“

Eine andere Nutzerin zeigt sich überrascht über die rege Nachfrage: „Dass #Ticketpaten trendet, macht mich sehr traurig, weil das bedeutet, dass es Menschen gibt, die sich nicht mal neun Euro im Monat leisten können, um den ÖPNV zu nutzen. Diese Menschen sind von jeglicher Teilhabe ausgeschlossen. Sie können es sich nicht leisten, zu anderen zu fahren, um spazieren zu gehen.“

Neun-Euro-Ticket: Kritik an der Politik - „Zukünftig gleich mitdenken“

Wie wichtig diese finanzielle Unterstützung für manche sein kann, zeigt ein Tweet einer Betroffenen. Sie schreibt „Ich würde mich sehr über einen Ticketpaten freuen, um wegen Geldmangels aufgeschobene Arzttermine wahrnehmen und meinen weit entfernt lebenden Vater besuchen zu können.“ Und das ist nur eines von vielen Schicksalen, von Armutsbetroffenen.

Genau aus diesem Grund sind viele Twitter-Nutzer auch so entsetzt, dass die Politik hier nicht selbst eingreift. Eine Userin macht ihrem Frust Luft und schreibt: „Können wir bitte die Teilhabe an Mobilität zukünftig gleich mitdenken und staatlich organisieren?“ Nichtsdestotrotz fände sie es aber toll, dass es eine „solidarische Welle für Armutsbetroffene“ gebe.

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