Hohe Gewinne bei Daimler: Betriebsrat fordert Geldspritze

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Wegen der hohen Gewinne bei Daimler fordert der Betriebsrat eine Geldspritze.

Stuttgart - Angesichts kräftiger Gewinnsteigerungen bei Daimler wollen die Beschäftigten jetzt ein Stück vom Kuchen abhaben.

Neben einer Einmalzahlung fordert der Betriebsrat, die vereinbarte Tariferhöhung von 2,7 Prozent im kommenden Jahr von April auf Februar vorzuziehen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Erich Klemm am Freitag in Stuttgart. “Wir verlangen das und wir erwarten das“, sagte Klemm laut Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Im vergangenen Jahr wurde die vereinbarte Lohnerhöhung wegen der Krise erst später ausgezahlt. Mit Kurzarbeit hätten die Mitarbeiter dem Konzern rund 2 Milliarden Euro gespart, rechnete Klemm vor. Trotz eines Verlustes hatten die Beschäftigten jedoch eine Einmalzahlung von 500 Euro erhalten. Der Bonus orientiert sich am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), muss jedoch immer wieder neu verhandelt werden.

Nach bisherigen Aussagen will Daimler in diesem Jahr operativ 6 Milliarden Euro einfahren, wobei dieses Ziel noch übertroffen werden könnte. Der August sei der beste Verkaufsmonat aller Zeiten gewesen. Und auch das dritte Quartal werde “nicht ganz schlecht“ ausfallen, sagte Klemm. Insofern sei er zuversichtlich, dass auch die Mitarbeiter ihren Anteil erhalten würden. Der Betriebsrat setzt sich zudem für ein neues Aktienprogramm für Mitarbeiter ein, nachdem 2009 ein solches Programm ausgesetzt und in diesem Jahr nur zögerlich wieder aufgenommen worden sei. “Wir glauben, dass hier ein Angebot gemacht werden kann, wie sich die Mitarbeiter mit eigenem Geld und einem Zuschuss vom Unternehmen beteiligen können.“

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Bei den Ende 2011 auslaufenden Regelungen zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zeigte sich Klemm wenig kompromissbereit: “Wir werden uns bei der anstehenden Diskussion um eine Verlängerung nicht auf eine neue Einsparrunde einlassen“, sagte Die Daimler-Mitarbeitervertreter fordern zudem, dass die Regelung für Leiharbeiter auf das ganze Unternehmen ausgedehnt wird. Bislang gilt die Obergrenze von 8 Prozent Leiharbeiter und befristete Kräfte nur für die Produktion. Wird die Grenze überschritten, muss Daimler die geliehenen Mitarbeiter fest anstellen. Aktuell seien rund 3.500 Leiharbeiter bei Daimler, wo insgesamt rund 60.000 Menschen in der Produktion arbeiten. Für Bereiche wie die Forschung und Entwicklung, die Gastronomie oder das Sekretariat gelte die Regelung jedoch noch nicht. Ausufernde Leiharbeit führe auch zu Lohnkonkurrenz mit den Wettbewerbern, monierte Klemm und sah den Gesetzgeber gefordert. Er nannte das Beispiel BMW, wo im Werk Leipzig 45 Prozent Leiharbeiter in der Produktion beschäftigt seien.

dapd

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