Hypo Real Estate voll in Staatsbesitz

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Die Aktionäre sollen für ihre Aktien eine Abfindung von 1,30 Euro pro Stück erhalten.

München - Die vollständige Verstaatlichung der Hypo Real Estate (HRE) ist abgeschlossen.

Die vollständige Verstaatlichung der Hypo Real Estate (HRE) ist abgeschlossen. Wie die Bank mitteilte, wurde die Zwangs-Abfindung der letzten freien Aktionäre am Dienstag am Amtsgericht München ins Handelsregister eingetragen. Damit hält der Bund über den Bankenrettungsfonds SoFFin 100 Prozent an der HRE. Das sogenannte Squeeze Out hatte der Bund vor einer Woche bei einer außerordentlichen Hauptversammlung gegen den Willen zahlreicher Aktionäre durchgebracht. Diese sollen für ihre Aktien eine Abfindung von 1,30 Euro pro Stück erhalten. Wie dies genau ablaufen soll, will der SoFFin nach Angaben der HRE demnächst bekanntgeben.

Zahlreiche Anleger wollen sich mit ihrem Rausschmiss aber nicht abfinden und klagen. Neben der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat auch der US-Großaktionär Christopher Flowers nach eigenen Angaben am Landgericht München eine Anfechtungsklage eingereicht. Nach Ansicht von Flowers verstößt das Squeeze Out gegen den verfassungsrechtlichen Eigentumsschutz. Er hält das Squeeze Out im Ergebnis für eine Enteignung. Flowers hielt vor der staatlichen Übernahme rund 22 Prozent an der HRE. Neben der Klage legte er nach eigenen Angaben auch eine Beschwerde bei der EU ein.

Mehrere Aktionäre haben sich im Kampf gegen die Verstaatlichung außerdem an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gewandt. Insgesamt gab es dort sieben Anträge, davon fünf Verfassungsbeschwerden und zwei Eilanträge, mit denen Aktionäre die entscheidende Hauptversammlung verhindern wollten. Sie wurden aber alle ohne weitere Begründung nicht zur Entscheidung angenommen.

Die HRE war vor einem Jahr im Zuge der Finanzkrise in Schieflage geraten und nur mit staatlichen Hilfen vor der Pleite bewahrt worden. Insgesamt hat die Bank Finanzhilfen von mehr als 100 Milliarden Euro erhalten.

dpa

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