Radlfans planen Demos auch auf der Autobahn

IAA in München: Stadt stehen unruhige Tage bevor - massive Proteste gegen Autoshow

IAA-Aufbau am Max-Joseph-Platz in München: Zahlreiche Gruppierungen haben Aktionen gegen die Autoshow angekündigt.
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IAA-Aufbau am Max-Joseph-Platz in München: Zahlreiche Gruppierungen haben Aktionen gegen die Autoshow angekündigt.

Die Automobil-Industrie will mit der IAA Mobility in München einen Neustart feiern. Doch Klimaaktivisten rüsten anlässlich der Branchenparty zum Widerstand.

München – Die Stadt München muss sich im Umfeld der Automobil-Ausstellung IAA Mobility vom 7. bis 12. September auf umfassende Proteste einstellen. Das machten Vertreter des globalisierungskritischen Netzwerks Attac und des Aktionsbündnisses „Sand im Getriebe“ gegenüber Merkur.de deutlich. „Wir werden dafür sorgen, dass die Zeiten vorbei sind, an denen sich die Automobil-Industrie kritiklos selbst feiern konnte“, sagte Attac-Sprecherin Frauke Distelrath am Montag. „Wir crashen die Greenwashing-Party der deutschen Automobil-Industrie“, kündigte auch Lou Winters von „Sand im Getriebe“ an, einem Bündnis von Klimaaktivisten.

Geplant seien zahlreiche Protest-Aktionen des „zivilen Ungehorsams“ in der Innenstadt und an der Messe München. Dazu gehörten etwa Sitz-Blockaden von Zufahrtsstraßen oder Eingängen. Dabei werde man sich auch nicht von „baulichen Hindernissen aufhalten lassen“ und „Absperrungen von Polizei und Messesicherheit durch- und umfließen“, hieß es. Die Sicherheit der teilnehmenden Aktivisten und aller Beteiligten habe aber oberste Priorität, betonte Winters.

IAA München Mobility: Streit um Radl-Demo auf der Autobahn

Neben den Aktionen des zivilen Ungehorsams sind im Umfeld der IAA zudem ein Alternativ-Gipfel zur Mobilitätswende (9./10. September) sowie eine Demonstration und eine Radsternfahrt geplant. Nach den Vorstellungen der Veranstalter soll der Radl-Protest am Samstag (11. September) teilweise auch über die A94 zwischen München Messe Riem und dem Autobahn-Ende Einsteinstraße/Prinzregentenstraße sowie auf der A96 ab Freiham Richtung Innenstadt führen.

Allerdings hatte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) München am vergangenen Donnerstag (26. August) die Streckenführung über die vorgesehenen Autobahn-Abschnitte untersagt. Zur Sternfahrt aufgerufen haben der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Attac, BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, Naturfreunde Deutschlands und der Verkehrsclub Deutschland.

Gegen das KVR-Verbot hatte der ADFC München noch am Donnerstag einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Man rechne zeitnah mit einer Entscheidung, sagte der 1. Vorsitzende des ADFC München, Andreas Schön am Montag. Bereits bei der IAA 2019 in Frankfurt hatte ein Bündnis um den ADFC eine Sternfahrt gegen die Automobil-Show organisiert. Zwei Teilabschnitte führten damals über die A648 sowie die A661.

IAA München Mobility: Fokusthema Transformation

Die IAA will sich in diesem Jahr am neuen Standort in München vor allem auf das Thema Transformation konzentrieren. Zur Eröffnung am 7. September hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt. Anders als in Frankfurt findet die Messe jetzt auch auf vielen Plätzen in der ganzen Stadt statt. Unter den rund 700 Ausstellern sind nicht nur Autohersteller und Zulieferer, sondern auch 70 Fahrradhersteller sowie Start-ups und IT-Unternehmen. Neben klimafreundlichen Antrieben dürften auf der IAA Mobility auch die weitere digitale Vernetzung sowie zahlreiche Verbesserung bei Sicherheit und Komfort besonders im Blickpunkt stehen.

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