Immer noch kein Ausweg für Opel

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GM hat bisher keine Entscheidung zu Opel getroffen.

Detroit - Der Verwaltungsrat von GM hat in der Nacht keine Entscheidung zu Opel getroffen. Die Zukunft des Autobauers ist weiter offen. Am Dienstag sprechen die Bundesregierung, GM und die Bieter miteinander.

Die Geduld der 50.000 Opel-Mitarbeiter wird weiter auf die Probe gestellt. Der Verwaltungsrat des US-Konzerns General Motors hat in der Nacht zum Dienstag offenbar kein offizielles Votum abgegeben, an wen der deutsche Autobauer verkauft werden soll. Dem Gremium sei keine Empfehlung vorgelegt worden, weil sich GM noch immer in Verhandlungen mit dem kanadischen Zulieferer Magna und dem Finanzinvestor RHJ befinde, erklärte eine GM-Sprecherin.

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Damit ist noch immer kein Ausweg aus der verfahrenen Situation bei Opel in Sicht. General Motors hat in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass der Konzern einen Verkauf an RHJ vorziehen würde. Die deutsche Politik dagegen bevorzugt eindeutig Magna und hat mit staatlichen Kreditgarantien in Milliardenhöhe ein erhebliches Druckpotenzial in Händen. Am Nachmittag sollen in Berlin die Gespräche zwischen Bund und Ländern sowie General Motors, Magna und RHJ fortgesetzt werden. Mit Ergebnissen wird erst in den Abendstunden gerechnet.

GM-Verhandlungsführer John Smith hatte in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass der Vertrag mit RHJ aus seiner Sicht unterschriftsreif ist. Das Angebot des Finanzinvestors habe eine einfachere Struktur und könne leichter umgesetzt werden, erklärte der Verhandlungsführer. Die Pläne von RHJ würden weniger Staatshilfe erfordern und die globalen Allianzen von GM nicht beeinträchtigen. Das RHJ-Angebot bleibe damit eine “vernünftige und gangbare Option“.

Verhandlungsstand auch aus deutscher Sicht unbefriedigend

Dagegen haken die Verhandlungen zwischen GM und Magna an wichtigen Punkten. Das Magna-Angebot sei im Hinblick auf Patentfragen und das GM-Russlandgeschäft nicht umsetzbar, erklärte Smith. Hintergrund ist, dass Magna Opel stärker von General Motors abkoppeln und zu einer schlagkräftigen europäischen Marke formen möchte. Dies schließt eine Expansion auf wichtigen Wachstumsmärkten wie Russland ein. Hier aber droht Opel künftig der GM-Marke Chevrolet ins Gehege zu kommen.

Auch aus Sicht der Bundesregierung ist der aktuelle Verhandlungsstand bislang unbefriedigend. So hatte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die beiden potenziellen Opel-Investoren am Wochenende zu Nachbesserungen aufgefordert. “Eine solche Verbesserung wäre zum Beispiel eine Erhöhung des Eigenkapitals des Investors“, sagte der Minister. Bislang will RHJ mit 275 Millionen Euro Eigenkapital bei Opel einsteigen. Magna und die mit dem Autozulieferer verbündete Sberbank bieten 500 Millionen Euro. Der kanadische Autozulieferer fordert für den Fall eines Opel-Einstiegs Staatsbürgschaften in Höhe von 4,5 Milliarden Euro. RHJ kalkuliert mit Kreditgarantien über 3,8 Milliarden Euro.

AP

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