Importiertes Saatgut mit Genmais verunreinigt

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Zahlreiches Saatgut ist mit Genmais verunreinigt.

Hamburg - In zahlreichen Bundesländern ist Saatgut gefunden worden, das mit Genmais verunreinigt ist! Jetzt schlagen Verbraucher- und Umweltschützer Alarm.

Importierte Mais-Saaten sind zum Teil mit Gen- Mais verunreinigt. Dies ist das Ergebnis von stichprobenartigen Saatgut-Untersuchungen der Bundesländer, die Greenpeace und der biologische Erzeugerverband Bioland am Montag veröffentlichten. 13 Bundesländer testen demnach jedes Frühjahr Mais-Proben auf gentechnische Verunreinigungen, neun hätten bisher ihre Ergebnisse mitgeteilt. “In Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg wurden die Behörden fündig“, erklärte die Umweltschutzorganisation.

Polizeischutz für Genkartoffel-Anbau

Unter Polizeischutz wird am Montag bei Bütow (Müritz-Kreis in Meckelnburg-Vorpommern) die gentechnisch veränderte Kartoffel " Amflora" gepflanzt, große Plakate weisen auf die Aktion hin. © dpa
Die Pflanzmaschine wird mit der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora" beladen. © dpa
Mit der Pflanzmaschine wurden rund 15 Hektar mit der zu Jahresbeginn von der EU zugelassenen Sorte bestellt. © dpa
Die Firma BASF Plant Science GmbH verspricht sich von der für die Stärkeindustrie gezüchteten Knolle eine deutlich höhere Stärkeausbeute. © dpa
Die von Gentechnik- Gegner scharf kritisierte Pflanzung erfolgte unter dem Schutz von etwa 40 Polizisten und Wachleuten. © dpa
Die umstrittenen Pflanzkartoffeln seien ohne Störung bis Montagabend vollständig auf 15 Hektar bei Zepkow an der Grenze zu Brandenburg gepflanzt worden. © dpa
Das sagte die Sprecherin der BASF Plant Science GmbH, Britta Stellbrink, am Dienstag in benachbarten Röbel. © dpa
Die EU hatte die Amflora, die für die Stärkeindustrie gezüchtet wurde, Anfang März als erste gentechnisch veränderte Kartoffelsorte in Europa für den kommerziellen Anbau zugelassen. © dpa
Die Pflanzmaschine wird mit der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora" beladen. © dpa

Greenpeace und Bioland fordern umfassendere Kontrollen und rechtzeitige Veröffentlichungen der Ergebnisse vor der Mais-Aussaat. “Verunreinigtes Saatgut kann dazu führen, dass sich Gen-Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und in die Nahrungskette gelangen“, sagte der Landwirtschafts-Experte Martin Hofstetter von Greenpeace. Selbst wenn die positiv getesteten Partien aus dem Handel genommen werden, bleibe Importware riskant. “Es wird nur stichprobenartig getestet, in Bayern beispielsweise nur sechs Prozent des gesamten Saatgutes“, betonte Hofstetter.

Für Saatgut gilt in der EU ein Reinheitsgebot. Verunreinigungen mit Gen-Saaten sind verboten. Eine Probe aus Schleswig-Holstein habe jedoch gleich vier Gen-Mais-Linien ergeben, die in Deutschland nicht angebaut werden dürften, hieß es. In Schleswig-Holstein waren nach Angaben von Greenpeace zwei von sechs Proben mit Gentechnik verunreinigt, in Nordrhein-Westfalen beispielsweise zwei von zwölf. “Die schleichende Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen ist vollkommen inakzeptabel und widerspricht dem Prinzip der Wahlfreiheit“, kritisierte Bioland-Präsident Thomas Dosch.

dpa

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