Infineon erstmals seit Jahren mit Gewinn

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Das Logo des Chipherstellers Infineon vor der Firmenzentrale in Neubiberg bei München.

München - Jahrelang war Infineon für schlechte Nachrichten berüchtigt. Nun kann der Münchner Dax-Konzern mit Zahlen glänzen - auch Dank eines mittlerweile verkauften Geschäfts.

Infineon hat im vergangenen Geschäftsjahr erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn eingefahren. Der Halbleiterkonzern profitierte kräftig von der weltweit steigenden Nachfrage und rechnet weiter mit Wachstum. Für Vorstandschef Peter Bauer sind die Zahlen des Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahres auch ein Beleg für den erfolgreichen Umbau des Unternehmens. “Sicher hat uns die gute Marktentwicklung dabei geholfen, unsere Ziele schneller zu erreichen. Dennoch: Infineon hat sich massiv gewandelt“, sagte Bauer am Dienstag bei der Vorstellung der vorläufigen Bilanz in Neubiberg bei München.

Zuletzt hatte sich Infineon von seinem Handychipgeschäft getrennt und die Sparte für rund 1,1 Milliarden Euro an den US-Branchenriesen Intel verkauft. Wirksam wird der Verkauf Anfang kommenden Jahres. Auch ohne den verkauften Ertragsbringer will der Konzern im jüngst angelaufenen Geschäftsjahr wachsen, wenn auch die Sprünge weitaus kleiner ausfallen dürften als im abgelaufenen Jahr, das dem Unternehmen die beste Bilanz der vergangenen zehn Jahre bescherte.

Infineon wird sich nun auf die verbliebenen Sparten Automotive, Industrie und Sicherheitschips konzentrieren. “In diesen drei Bereichen erwarten wir künftig überdurchschnittliches Wachstum und nachhaltige Profitabilität.“ Das Unternehmen orientiere sich damit an den Märkten, die in den nächsten Jahren wachsen würden.

Wer ist im DAX?

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Mobilität, Energieeffizienz und Sicherheit seien die globalen Megatrends: “Hier sehen wir in den nächsten Jahren enorme Wachstumspotenziale, denn ohne innovative Halbleiterlösungen sind die Herausforderungen auf diesen Feldern nicht zu meistern“, sagte Bauer.

Das werde Infineon auch im laufenden Jahr spüren. “Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir ein Umsatzwachstum von nahezu 10 Prozent.“ Vor allem die derzeit brummenden Geschäfte mit der Autoindustrie dürften in den nächsten Monaten weiter zulegen.

Die verkaufte Handychipsparte eingerechnet verdiente Infineon unter dem Strich rund 660 Millionen Euro, nachdem im Geschäftsjahr 2008/2009 noch ein Verlust von 674 Millionen Euro in den Büchern stand. Der Umsatz wuchs den vorläufigen Zahlen zufolge um mehr als 50 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro. Ohne das Mobilfunkgeschäft erlösten die Münchner im abgelaufenen Jahr rund 3,295 Milliarden Euro. Angesichts der guten Geschäftslage plant Infineon zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder, einen Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

Auch für die Mitarbeiter lohnt sich der Erfolg. Infineon zahlte mit den September- und Oktobergehältern “für das besondere Engagement im Krisenjahr 2009“ eine Sonderprämie von insgesamt 10 Millionen Euro für die rund 26 600 Mitarbeiter. Zudem seien die Beschäftigten - auch die nach Tarif bezahlten - über flexible Gehaltsbestandteile am Unternehmenserfolg beteiligt, hieß es.

Von Sebastian Raabe und Özlem Yilmazer

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