1. tz
  2. Wirtschaft

Inflationsprämie: Arbeitgeberpräsident dämpft Hoffnung auf 3000 Euro Extra-Geld

Erstellt:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Bis zu 3000 Euro steuerfrei als Inflationsprämie: Das können Firmen ihren Mitarbeitern zahlen. Doch in der Realität dürfte das kaum umsetzbar sein, warnt der Arbeitgeberpräsident.

Berlin – Mit dem dritten Entlastungspaket hat die Bundesregierung eine Inflationsprämie vorgesehen. Diese zahlt jedoch nicht der Staat, sondern bestenfalls die Arbeitgeber. Diese können bis zu 3000 Euro steuer- und abgabenfrei an ihre Mitarbeiter auszahlen. Doch kaum ein Arbeiter glaubt, diese Prämie jemals zu Gesicht zu bekommen. Schließlich kämpfen auch die Firmen mit den gestiegenen Energiepreisen.

Inflationsprämie: Auszahlung unwahrscheinlich - Energiekosten nehmen Firmen die „Luft zum Atmen“

Auch der Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat vor zu hohen Erwartungen an die Inflationsprämie gewarnt. „Viele Unternehmen würden ihren Mitarbeitern sicherlich eine Einmalzahlung, egal in welcher Höhe ermöglichen, aber sie können es nicht, weil die massiv gestiegenen Energiekosten ihnen jede Luft zum Atmen nehmen“, sagte Dulger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Bundeskanzler Olaf Scholz und zuletzt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatten wiederholt an die Unternehmen appelliert, ihren Beschäftigten die vorgesehenen Inflationsprämien von bis zu 3000 Euro zu gewähren. Arbeitgeberchef Dulger begrüßte grundsätzlich die Möglichkeit steuer- und abgabenfreier Einmalzahlungen als Ersatz für Tariferhöhungen. „Die Beschäftigten bekommen schnell zusätzliches Geld, für die Arbeitgeber entstehen langfristig keine höheren Kosten.“

Inflationsprämie: Gewerkschaften fordern Pflicht zur Auszahlung

Von den Gewerkschaften war der Vorschlag ebenfalls positiv aufgenommen worden. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sprach sich aber dafür aus, die Inflationsprämien an Angestellte für Unternehmen verpflichtend zu machen. Nur so könne sichergestellt werden, dass alle Beschäftigten das Geld bekämen, sagte der Gewerkschafter vergangene Woche dem NDR. (ph/AFP)

Auch interessant

Kommentare